Schlag gegen den sogenannten IS

Türkische Polizei nimmt Drahtzieher von Anschlägen fest

Ankara/Istanbul - Der Türkei ist offenbar ein Schlag gegen die Dschihadistenmiliz IS gelungen. Berichten zufolge sollen 20 mutmaßliche IS-Mitglieder gefasst worden sein - mindestens einer davon soll einen Anschlag in der Türkei verübt haben.

Bei einer Razzia in der Türkei sind einem Bericht zufolge mehr als 20 mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen worden. Darunter sei der Syrer Ali al-Aggal, mutmaßlicher Organisator von Anschlägen in der Türkei, berichtete die Zeitung "Haber-Türk" am Samstag. Al-Aggal, bekannt unter dem Namen Assos, sei in der Hauptstadt Ankara gefasst worden.

Polizei hat wohl eine "Schläferzelle" ausgehoben 

24 weitere Verdächtige aus Syrien und dem Irak wurden demnach bei einer anderen Polizeiaktion im Istanbuler Stadtteil Kücükcekmece festgenommen. Neun von ihnen würden verdächtigt, direkte Verbindungen zu al-Aggal zu haben. Dieser habe sie mit Sprengstoff und Munition versorgen sollen, um einen Anschlag in Istanbul zu verüben, berichtete die Zeitung. Die 15 anderen Verdächtigen hätten offenbar über die türkische Grenze in die benachbarten Kampfgebiete gelangen wollen.

Die Polizei gehe davon aus, in Kücükcekmece eine "Schläferzelle" ausgehoben zu haben, berichtete "Haber-Türk" weiter. In einem Gebäude habe sie zahlreiche Dokumente und IT-Material sichergestellt, das offenbar dem IS gehöre.

Türkei geht immer stärker gegen IS-Miliz vor

Erst am Freitag war bekannt geworden, dass im Zuge von Ermittlungen zu Anschlagsdrohungen gegen die deutsche und die britische Botschaft in der Türkei vier Verdächtige festgenommen worden waren. Dies geschah nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu noch vor den Feiertagen zum islamischen Opferfest Eid al-Adha, das am Montag gefeiert wurde.

Die Türkei ist seit einem Jahr immer wieder Ziel von Anschlägen des IS. Zuletzt waren bei einem Anschlag auf eine Hochzeit in der südosttürkischen Stadt Gaziantep 55 Menschen getötet worden.

Westliche Verbündete hatten dem Land lange Zeit vorgeworfen, nicht genug gegen den IS zu unternehmen. In den vergangenen Monaten ging die türkische Polizei jedoch mehrfach mit Razzien gegen Schläferzellen der Miliz vor. Am 24. August begann die Türkei eine Militäroffensive in Nordsyrien, um die IS-Miliz von der Grenze zu vertreiben.

AFP

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