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Nordkorea hat einige Raketen ins japanische Meer abgeschossen

Bericht: Nordkorea feuert Rakete ins Meer

Seoul - Nordkoreas Streitkräfte haben am Sonntag nach Medienberichten erneut eine Rakete von kurzer Reichweite von der Ostküste abgefeuert.

Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas mindestens drei Kurzstreckenraketen in östliche Gewässer gefeuert. Zwei Raketen seien am Samstagmorgen abgeschossen worden, eine dritte dann am Nachmittag, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums, Kim Min Seok. Nach Angaben des Ministeriums feuerte der Norden auch am Sonntag einen Flugkörper in Gewässer vor der Ostküste des Landes. Ob es sich dabei ebenfalls um eine Rakete handelte, war zunächst unklar.

Südkorea stellte am Sonntag Dutzende Präzisionsraketen aus israelischer Produktion auf Inseln vor der Westküste nahe der zwischen beiden Ländern umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer auf. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Auf einer dieser Inseln waren 2010 bei einem nordkoreanischen Luftangriff vier Südkoreaner getötet worden. Beide Länder, die nach dem Ende des Koreakriegs 1953 nur einen Waffenstillstand und keinen Friedensvertrag unterzeichneten, streiten sich um die dortigen Gewässer.

Was der Norden mit den Raketentests bezwecken wolle, sei nicht bekannt, sagte ein Ministeriumssprecher bereits am Samstag. Südkorea werde Nordkorea sorgfältig beobachten, falls es zu einer Provokation kommen sollte. Die USA erklärten in einer Reaktion auf die Raketenstarts, Drohungen oder Provokationen würden die internationale Isolation Nordkoreas nur verstärken.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel bleibt nach den Drohgebärden Pjöngjangs im April und dem Abzug aller nordkoreanischen Arbeiter aus der bisher gemeinsam betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong weiterhin angespannt.

Pjöngjang führt regelmäßig Raketentests aus. Im März hatte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen, vermutlich vom Typ KN-02, an seiner Ostküste abgefeuert. Experten glauben, das abgeschottete kommunistische Land wolle damit die Zielgenauigkeit und Reichweite seiner Waffen verbessern. Vor kurzem hatte das Land nach Angaben der USA zwei für einen möglichen Test bestimmte Mittelstreckenraketen von der Startrampe abgezogen.

Die Regierung in Pjöngjang hatte im April die gemeinsamen jährlichen Frühjahrsmanöver von US-Streitkräften und südkoreanischem Militär als Anlass genommen, sogar mit einem Atomschlag zu drohen. Ein Berater des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe kehrte am Freitag von Gesprächen in Nordkorea zurück, ohne jedoch Details bekanntzugeben.

Nach Meinung von Analysten steckte hinter den Drohungen aus Nordkorea auch der Versuch, Washington zu Gesprächen über Hilfe im Gegenzug für eine Abrüstung zu bewegen. Nordkorea war zuvor für seinen jüngsten Atomwaffentest vom Februar von den Vereinten Nationen mit neuen Sanktionen bestraft worden.

AP/dpa

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