Marseille: Auto rast in Bushaltestelle - eine Tote

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Hier entscheidet sich für viele Flüchtlinge das weitere Schicksal: die österreichische Grenze bei Spielfeld.

Wer darf weiter nach Deutschland, wer nicht?

Flüchtlinge werden angeblich mit Fangfrage aussortiert

Spielfeld - "Was wollen Sie in Deutschland?" - die Antwort auf diese Frage soll einem Bericht zufolge an der österreichischen Grenze darüber entscheiden, ob ein Flüchtling weiter nach Deutschland reisen darf. Wer falsch antwortet, wird abgeschoben.

Österreich hat seine Grenze dicht gemacht - zumindest fast. 80 Asylbewerber dürfen pro Tag im Land bleiben, die Alpenrepublik setzt seine beschlossene Obergrenze durch - obwohl die EU-Kommission diese für rechtswidrig erklärt hat. Die anderen Flüchtlinge werden entweder nach Deutschland durchgelassen, oder werden in die Balkanstaaten zurückgeschickt. Doch wie entscheidet Österreich, wer nach Deutschland darf? Laut des Nachrichtenmagazins "Profil" ist es die Antwort auf die Frage: "Was wollen Sie in Deutschland?"

"Wenn jemand auf die Frage antwortet 'Ich will ein besseres Leben', oder einen bestimmten Beruf nennt, wird er zurückgeschickt", sagte eine slowenische Flüchtlingshelferin zu "Profil" und bestätigt damit die Angaben eines Flüchtlingscamps-Leiters. Nach Deutschland dürfe nur, wer antworte, dass er in Deutschland um internationalen Schutz ansuchen wolle.

Offenbar schlampige Übersetzungspraktiken

Diese simple Praxis kritisiert der auf Asylrecht spezialisierte Grazer Anwalt Ronald Frühwirth. "Solche Fangfragen sind bedenklich. Wenn jemand sagt, er will in Deutschland arbeiten, heißt das nicht, dass er nicht Asyl will“, so der Anwalt gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Zudem berichtet die Zeitschrift von schlampigen Übersetzungspraktiken. So soll ein afghanischer Junge den Grenzbehörden erklärt haben, er wolle weg vom Krieg. Daraus habe der Übersetzer ein "er wolle sein Leben genießen" gemacht. Prompt sei der Junge zurückgeschickt worden.

Die Polizei hat praktisch freie Hand, wen sie nach Deutschland durchlässt und wen nicht. "Österreich hat keine Verpflichtung, die Leute durchreisen zu lassen“, so Ruth Schöffl, Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks Unhcr zu "Profil".

Österreich selbst will in diesem Jahr 37.500 Flüchtlinge aufnehmen. Derzeit werden pro Tag 80 Flüchtlinge ins Land gelassen. Wird diese Praxis beibehalten, dann werden es am Jahresende wohl knapp über 30.000 Flüchtlinge sein.

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