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Thilo Sarrazin.

"Chaoshaufen"

Sarrazin lehnt AfD-Spitzenfunktion ab

Mainz - Der Bestsellerautor und SPD-Politiker Thilo Sarrazin hat einem Bericht des Südwestrundfunks (SWR) zufolge eine Spitzenfunktion der eurokritischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) ausgeschlagen.

Er habe abgelehnt, weil „man dort noch Ordnung schaffen“ müsse, sagte der ehemalige Berliner Finanzsenator nach SWR-Angaben vom Montag in der Dokumentation „Leif trifft ... die Euro-Kritiker“. „Um eine wirkliche politische Partei zu sein, muss man mehr haben, als ein Thema, so wichtig der Euro ist. Ob die AfD nun den Weg schafft, zu einer wirklich konservativ-liberalen Partei, die wir in Deutschland brauchen, das ist für mich noch offen.“

Sarrazin habe die Partei mit den Grünen in ihren Anfangsjahren verglichen und von „Chaoshaufen“ gesprochen. Auch sein Alter (69) sei ein Ablehnungsgrund gewesen. Die AfD wies zurück, dass Parteichef Bernd Lucke ihm eine Spitzenfunktion angeboten habe. „Das stimmt so nicht“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Lucke habe Sarrazin zur Gründungsveranstaltung der AfD am 14. April 2013 geladen. „Er hat ihn eingeladen zu reden.“ Sarrazin habe daraufhin gesagt, er bleibe in der SPD. Der Autor veröffentlichte 2012 das Buch „Europa braucht den Euro nicht“. Vor allem wegen islamkritischer Thesen zur Vererbung von Intelligenz wurde er in den vergangenen Jahren scharf kritisiert.

dpa

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