+
Viele junge Flüchtlinge haben sich alleine auf den Weg nach Deutschland gemacht. Foto: Andreas Gebert/Archiv

Bericht: Tausende minderjährige Flüchtlinge verschwunden

Berlin (dpa) - In Deutschland sollen im vergangenen Jahr 5835 minderjährige Flüchtlinge verschwunden sein. Die Zahl gehe aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage hervor, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Grünen-Politikerin Luise Amtsberg sprach von einer alarmierend hohen Zahl an verschwundenen Kindern und Jugendlichen. Es bereite ihr Sorgen, dass die Bundesregierung "die Gefahren durch Zwangsprostitution und Ausbeutung nicht ernsthaft in Betracht zieht", sagte Amtsberg.

Das Bundesfamilienministerium hatte Anfang Februar mitgeteilt, es gebe keine belastbaren Hinweise, dass in Deutschland Tausende alleinreisende Flüchtlingskinder verschwunden sein könnten. In diesem Zusammenhang wurde auf "Vielfachzählungen" oder andere Registrierungsfehler verwiesen. Viele junge Flüchtlinge haben sich alleine auf den Weg nach Deutschland gemacht. Wer sie als vermisst gemeldet hat, ist unklar.

Nach dem Medienbericht seien von 8006 als vermisst gemeldeten minderjährigen Flüchtlingen bisher 2171 wieder aufgetaucht. "Die vermissten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kommen überwiegend aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Marokko und Algerien", heiße es in dem Papier des Bundesinnenministeriums.

Unter den verschwundenen minderjährigen Flüchtlingen seien 555 Kinder. Als Kind gilt in Deutschland, wer jünger als 14 Jahre ist.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gelangten Gefährder unrechtmäßig ins Land? Verfassungsschutz schaltet sich in Bamf-Skandal ein
Haben potenzielle Terroristen möglicherweise von falschen Entscheidungen in der Bremer Bamf-Außenstelle profitiert? BKA und Verfassungsschutz sind eingeschaltet - und …
Gelangten Gefährder unrechtmäßig ins Land? Verfassungsschutz schaltet sich in Bamf-Skandal ein
Seehofer verteidigt Pläne für Asylzentren
Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Horst Seehofer hält trotz Kritik aus den Bundesländern an den von der Regierungkoalition geplanten Asylzentren fest.
Seehofer verteidigt Pläne für Asylzentren
Bamf-Vermittler und Dolmetscher sollen Geld kassiert haben
Die Bamf-Affäre entwickelt sich für Innenminister Seehofer zum Dauerproblem. In Bremen soll ein Vermittler von Asylbewerbern Geld für sich und einen Dolmetscher genommen …
Bamf-Vermittler und Dolmetscher sollen Geld kassiert haben
Streit in Dresdner Asylheim eskaliert: Rund 50 Flüchtlinge greifen Polizei an
Ein Streit bei der Essensausgabe in einem Flüchtlingsheim in Dresden eskaliert. Rund 50 Asylbewerber griffen die Polizei an. 
Streit in Dresdner Asylheim eskaliert: Rund 50 Flüchtlinge greifen Polizei an

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.