Ermordeter Journalist Khashoggi: Saudische Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafen

Ermordeter Journalist Khashoggi: Saudische Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafen
+
Europaparlament in Straßburg. Foto: Christian Hartmann

"The Sunday Times"

Berichte über schwere sexuelle Belästigungen im EU-Parlament

Im Zuge des Weinstein-Skandals beginnen nun auch Mitarbeiterinnen des Europaparlaments über das Thema sexueller Missbrauch zu reden. Ihre Berichte sind alarmierend. Auch deutsche Abgeordnete sollen Frauen belästigt haben.

Brüssel (dpa) - Auch im Europaparlament soll es zu Fällen schwerwiegender sexueller Belästigung gekommen sein. EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani sprach in Straßburg von schockierenden Anschuldigungen und kündigte Beratungen des Präsidiums zum Thema an.

Eine externe Untersuchung, wie von einem sozialdemokratischen Abgeordneten angeregt, soll es nach seinem Willen aber vorest nicht geben.

Die britische Zeitung "The Sunday Times" und andere Medien hatte zuvor schwere Vorwürfe von Parlamentsmitarbeiterinnen öffentlich gemacht. So sollen männliche Abgeordnete Frauen auf verschiedenste Arten sexuell bedrängt oder begrapscht haben. In einem Fall habe ein Parlamentarier vor einer jungen Assistentin masturbiert, schreibt die "Sunday Times".

Der Zeitung zufolge sind unter den Beschuldigten mindestens zwei deutsche Abgeordnete. Einer von ihnen wird sogar als "führend" bezeichnet.

Namentlich genannt wird in dem Bericht allerdings lediglich ein 71 Jahre alter französischer Grünen-Politiker, der der Mitarbeiterin eines anderen Abgeordneten eine unsittliche Textnachricht geschrieben haben soll. Die Identitäten der anderen Beschuldigten enthüllte das Blatt nicht - nach eigenen Angaben auf Wunsch der Parlamentsmitarbeiterinnen. Die Frauen hätten Angst um ihre Karrieren und fürchteten eine mögliche juristische Auseinandersetzung, schrieb die "The Sunday Times".

Ein Sprecher des EU-Parlaments sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, dass dem zuständigen Beschwerdeausschuss bislang noch keine Belästigungsvorwürfe angezeigt worden seien.

Dass die Betroffenen anonym ihr Schweigen brachen, erklärt das Blatt mit dem Skandal um den Filmmogul Harvey Weinstein. Seit den Missbrauchsvorwürfen gegen den Mann berichten Frauen in aller Welt unter dem Stichwort "#MeToo" von schlechten Erfahrungen.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sei eine schreckliche Art von Machtmissbrauch, kommentierte die deutsche Grünen-Politikerin Terry Reintke. Sie ermutige alle betroffenen Parlamentsmitarbeiterinnen, Übergriffe beim zuständigen Ausschuss anzuzeigen. "Jeder Fall von sexueller Belästigung muss untersucht werden", ergänzte die österreichische Grünen-Abgeordnete Monika Vana.

Bericht über Missbrauchvorwürfe (kostenpflichtig)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Überraschender Bericht: Seehofer fordert offenbar Dobrindt zu Kandidatur für CSU-Vorsitz auf
Als CSU-Chef will er abtreten, als Innenminister wohl noch nicht: Horst Seehofer hat mit seiner Ankündigung einmal mehr viele überrascht. Der News-Blog.
Überraschender Bericht: Seehofer fordert offenbar Dobrindt zu Kandidatur für CSU-Vorsitz auf
Flächenfraß in Bayern steigt weiter - was machen Söder und Aiwanger?
Straßen, Wohnungen, Supermärkte, Parks und Flughäfen brauchen Platz - dafür wurde im vergangenen Jahr täglich deutlich mehr Fläche verbraucht als 2016. Steuert die …
Flächenfraß in Bayern steigt weiter - was machen Söder und Aiwanger?
Mehr als 500 Polizisten durchsuchen Wohnungen in Berlin
Berlin (dpa) - Die Berliner Polizei hat am Morgen mit einem Großaufgebot mehrere Wohnungen mutmaßlicher Linksextremisten in drei Stadtteilen durchsucht. "Hintergrund ist …
Mehr als 500 Polizisten durchsuchen Wohnungen in Berlin
Hitlergruß, Rechts-Rock und bizarre Spielchen: Skandal bei Bundeswehr-Eliteeinheit KSK
Bei einer Feier der Bundeswehr-Elitegruppe KSK soll es zu bizarren Spielchen gekommen sein. Mehrmals soll dabei auch der Hitlergruß gezeigt worden sein. Jetzt gab es …
Hitlergruß, Rechts-Rock und bizarre Spielchen: Skandal bei Bundeswehr-Eliteeinheit KSK

Kommentare