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Der verheerende Brand der Kathedrale Notre-Dame. Zuschauer von ARD und ZDF mussten lange auf Informationen warten.

Kommentar nach Paris-Feuer

Berichterstattung zu Notre-Dame: ZDF und ARD, es passt nicht mehr

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In Paris brennt die Kathedrale Notre-Dame. ARD und ZDF berichten darüber, ändern aber das Programm nicht. Ein Kommentar.

Ulrich Deppendorf, lange eines der seriösen Gesichter des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, sprach aus, was viele dachten: „Warum gab es keinen ARD-Brennpunkt zum Brand von Notre-Dame?“, fragte der Ex-Chefredakteur die alten Kollegen via Twitter. In der Tat zeigten sich die gebührenfinanzierten Sender – zumindest jenseits des bewegten Claus Kleber – sehr unflexibel. Ausgerechnet in Zeiten, in denen sie so kritisch hinterfragt werden.

Berichterstattung zu Notre-Dame: ZDF und ARD, es passt nicht mehr

Die Verteidigungshaltung, man wolle auf aktuelle Ereignisse nicht mit Spekulationen reagieren, mag ehrenhaft klingen, in die Zeit passt sie nicht mehr. Das Tempo des Nachrichtengeschäfts hat sich mit dem Internet drastisch erhöht. Das birgt die Gefahr von (bewusster) Falschinformation und verschiebt die Interpretationshoheit zu nicht immer seriösen Protagonisten.

Die Antwort auf diese Entwicklungen heißt deshalb nicht, sich ihnen zu verweigern. Im Gegenteil: Seriöser, aber zeitnaher Journalismus ist wichtiger denn je. Auch in Sondersendungen.

Berichterstattung zu Notre-Dame bei ARD und ZDF: Menschen zweiter Klasse

Die Debatte birgt eine gesellschaftliche Dimension, die man nicht unterschätzen sollte: In Krisensituationen wie am Montag greift schon heute eine kleine Informationselite im Netz auf internationale Quellen zurück. Die große Mehrheit aber informiert sich gerade abends weiter über das Fernsehen. Wenn diese Mehrheit dauerhaft das Gefühl bekommt, zu Bürgern zweiter Klasse zu werden, bekommen nicht nur die Sender ein Problem.

Mike Schier, stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur.

Und darum geht es:

Bei einem heftigen Feuer am Montagabend war die Kathedrale im Herzen von Paris schwer beschädigt worden. Das Feuer war auf dem Dachboden von Notre-Dame ausgebrochen und nach einem Alarm um 18.43 Uhr am Montag entdeckt worden. Nach einem ersten Alarm um 18.20 Uhr war zunächst kein Brandherd gefunden worden. Erst am Dienstagvormittag verkündete Feuerwehrsprecher Gabriel Plus: „Das ganze Feuer ist aus.“ Nach Angaben des französischen Innenstaatssekretärs Laurent Nuñez entdeckten Fachleute „einige Schwachstellen“. Diese betreffen vor allem das Gewölbe, wie Nuñez sagte. „Im Ganzen hält die Struktur gut“, fügte er hinzu. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus.

Kritik gab es schon währenddessen und im Anschluss an der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Programme ARD und ZDF, die nicht umgehend nach Paris schalteten und auch kein Sonderprogramm sendeten.

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