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AfD-Mann Armin-Paulus Hampel am Rednerpult.

Nach Rede im Bundestag

Als ein AfD-Politiker die Bundeswehr diffamiert, verteidigt Claudia Roth die Truppe

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Erneut sorgte ein AfD-Politiker im Bundestag für Aufsehen mit provokanten Äußerungen. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth wurde es zu viel.

Berlin - In der Aktuellen Stunde am Donnerstag im Bundestag, bei der es um den drohenden Handelskrieg zwischen den USA und der EU gehen sollte, teilte der AfD-Bundestagsabgeordnete Armin-Paulus Hampel munter aus. Regelrecht abschätzig äußerte sich der Politiker über die Bundeswehr. Die ist für ihn nur noch ein „verwahrloster Trümmerhaufen“. Daran sei die Bundesregierung schuld und das habe man auch in Washington „längst wahrgenommen“, so Hampel. 

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Deutschland würde sich international mit der Bundeswehr der Lächerlichkeit preisgeben. Daher fordert der AfD-Politiker, dass die Bundesregierung zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes in die Armee investieren solle. 

„Unglaubliche Entgleisung“

Nachdem Hampel seine Rede beendet hatte, kommentierte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis90/Die Grünen) seine Bemerkungen zum Zustand der Bundeswehr. Roth leitete diese Aktuelle Stunde. Die Grünen-Politikerin äußerte deutliche Kritik, wie die Bundeswehr durch Hampel bezeichnet wurde. “Ich glaube nicht, dass unsere Soldatinnen und Soldaten verwahrloste Trümmerfrauen oder Trümmermänner sind”, erklärte sie und bekam dafür zahlreichen Beifall aus dem Plenum. 

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus ließ Hampel diese Bemerkung ebenfalls nicht durchgehen: „Wer die Bundeswehr als ‚verwahrlosten Trümmerhaufen‘ bezeichnet, der beleidigt 180.000 Soldaten, die ihr Leben für ihr Land hingeben. Das ist eine unglaubliche Entgleisung.“ 

Auch sein Fraktionskollege Maik Beermann griff Hampel scharf an. „Schämen Sie sich!“, twitterte er empört. 

„Drei Flaschen Wein“: Juso-Chef Kühnert twittert über AfD-Verhalten am Buffet

Update vom 6. August 2018

Inzwischen haben sich mehrere führende CDU-Politiker öffentlich für eine Rückkehr zur Wehrpflicht ausgesprochen. Sie streben eine Diskussion und Abstimmung auf dem nächsten Parteitag an.

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