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„Tornado“-Aufklärungsjets und ein Tankflugzeug der Bundeswehr unterstützen Luftangriffe gegen die Extremisten in Syrien.

Bundesverteidigungsministerium

Berlin dementiert Berichte über Einsatz deutscher Soldaten auf syrischem Boden

Berlin/Damaskus - Die internationale Koalition unterstützt Syriens Kurden im Kampf gegen den IS. Auch Deutschland gehört ihr an. Regimenahe Medien und Aktivisten melden jetzt, Berlin habe auch Bodenkräfte im Einsatz.

Das Bundesverteidigungsministerium hat Berichte zurückgewiesen, wonach deutsche Spezialkräfte im Norden Syriens am Boden im Einsatz sind. Entsprechende Meldungen seien falsch, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana und andere regimenahe Medien hatten berichtet, deutsche und französische Spezialkräfte unterstützten in Nordsyrien von Kurden geführte Einheiten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Auch die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, es seien mindestens 20 deutsche Militärberater im Einsatz. Sie beruft sich auf „mehrere zuverlässige Quellen“, die sie jedoch nicht näher nennt. Die Menschenrechtler sitzen in England, beziehen ihre Angaben aber aus einem Netz an Informanten in Syrien. Sie gelten allgemein als recht zuverlässig.

"Offene und ungerechtfertigte Aggression"

Kurdische Einheiten kontrollieren in dem Bürgerkriegsland große Gebiete an der Grenze zur Türkei. Sie sind dort wichtigster Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Seit Ende Mai rücken von Kurden geführte Einheiten auf die vom IS gehaltene, strategisch wichtige Stadt Manbidsch vor. Unter anderem dort sollen den Meldungen und Aktivisten zufolge auch deutsche Kräfte im Einsatz sein.

Das syrische Außenministerium warf Deutschland und Frankreich einen „groben Verstoß“ gegen internationales Recht sowie eine „offene und ungerechtfertigte Aggression“ gegen die Unabhängigkeit des Landes vor, wie Sana weiter meldete. Idriss Nassan, ein kurdischer Offizieller in Nordsyrien, erklärte hingegen, er könne die Präsenz französischer und amerikanischer Truppen bestätigen, nicht jedoch die deutscher Kräfte.

Deutschland und Frankreich gehören der US-geführten internationalen Koalition an, die den IS bekämpft. „Tornado“-Aufklärungsjets und ein Tankflugzeug der Bundeswehr unterstützen unter anderem Luftangriffe gegen die Extremisten in Syrien. Der Einsatz von Bodentruppen in dem Bürgerkriegsland wäre jedoch durch das Mandat des Bundestages nicht gedeckt.

Libanesischer Sender berichtete zuerst über deutsche Spezialkräfte

In Paris waren vergangene Woche Informationen über einen Einsatz von Spezialkräften in Syrien bekanntgeworden. Die französische Nachrichtenagentur AFP hatte unter Berufung auf das Umfeld von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian gemeldet, diese berieten Kämpfer der kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (DFS) im Kampf gegen den IS. Le Drian hatte in einem Interview gesagt: „Wir unterstützen mit Waffenlieferungen, mit Luftpräsenz und Beratung.“

Zunächst hatte am Dienstag der libanesische TV-Kanal Al-Mayadeen über deutsche Spezialkräfte auf syrischem Boden berichtet. Er ist bekannt für seine guten Kontakte zum syrischen Regime. Deutsche Kräfte hätten sich amerikanischen und französischen Einheiten angeschlossen, berichtete der Sender. Auch russische Medien berichteten später über den angeblichen Einsatz deutscher Bodentruppen. Russland ist wichtigster Verbündeter des Regimes in Damaskus und fliegt im Land ebenfalls Luftangriffe.

dpa

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