Fall Amri

Verfahren gegen Polizisten wegen manipulierter Amri-Akten eingestellt

Zwei Kriminalpolizisten wurde vorgeworfen, Akten im Fall des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri verändert zu haben. Am Mittwoch ist das Ermittlungsverfahren eingestellt worden: Laut Staatsanwaltschaft Berlin fehlt der hinreichende Tatverdacht.

Berlin - Das Ermittlungsverfahren gegen zwei Berliner Kriminalpolizisten wegen der Manipulation von Akten im Fall des islamistischen Attentäters Anis Amri ist eingestellt worden. Es gebe nicht den erforderlichen hinreichenden Tatverdacht gegen die beiden Beamten des Landeskriminalamts (LKA), teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Die Einstellung erfolgte offensichtlich auch aus Mangel an Beweisen einer Datenfälschung durch die Kriminalpolizisten. Unstrittig ist, dass die Akten verändert wurden. Es ließ sich aber laut Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei nachweisen, dass die Polizisten mit Vorsatz und um mögliche eigene Versäumnisse herunterzuspielen handelten.

Aus den Akten hatte laut der Mitteilung der eine Polizist einen zweiten mutmaßlichen Dealer gestrichen, aus dem vor dem Anschlag formulierten Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Drogenhandels wurde später „möglicherweise Kleinsthandel“. Der Beschuldigte argumentierte demnach aber, er habe zu dem zweiten Dealer eine neue Akte anlegen wollen und das nur wegen der vielen Arbeit vergessen.

7,3 Millionen ausgewertete Daten

Wegen der Bedeutung des Falls sei die Bearbeitung durch zwei Staatsanwälte gemeinschaftlich erfolgt, hieß es. Im Rahmen der Ermittlungen seien 38 Zeugen vernommen worden. Es gab sieben Durchsuchungen. Die Auswertung aller Computer und Handys betraf demnach 7,3 Millionen Daten. Zuvor hatten Medien über die Einstellung des Verfahrens berichtet.

Amri hatte im Dezember 2016 einen Lastwagen entführt und auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Dabei wurden zwölf Menschen getötet und annähernd 100 verletzt.

Lesen Sie auch: Fall Amri: Kripo in NRW hielt Anschlag für wahrscheinlich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Bundeskriminalamt

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