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Ex-Bundestagspräsidentin Süssmuth will Frauenquote in der CDU

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Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth lächelt in die Kamera
Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wünscht sich eine Frauenquote in der CDU. © Stefan Schmidbauer/ IMAGO

Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) fordert ihre Partei dazu auf, eine Frauenquote einzuführen.

Berlin - «In dieser schwierigen europäischen und weltpolitischen Situation muss eine breite politische Beteiligung der Frauen sichtbar werden», sagte die 85-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Frauen würden «dringend gebraucht bei der Suche nach Problemlösungen, konkreten Hilfen und Alternativen zum Krieg».

In der CDU-Führung gibt es vor dem Parteitag in Hannover Sorgen, dass die für Freitagabend geplante Diskussion und Abstimmung über die Einführung einer Frauenquote die inhaltliche Debatte über Themen, die die Menschen angesichts der Energiepreise umtreiben, überlagern könnte. Der Wirtschaftsflügel und der Parteinachwuchs von der Jungen Union (JU) lehnen eine Quote ab. Um den Gegnern entgegenzukommen, hat Parteichef Friedrich Merz eine zeitliche Befristung bis Ende 2029 vorgeschlagen.

In der Partei wird mit einem knappen Ausgang der Abstimmung gerechnet. Würde Merz sich mit seinem Kompromissvorschlag nicht durchsetzen, hätte er die erste Schlappe in seiner seit Ende Januar dauernden Amtszeit erlitten.

Süssmuth erklärte, SPD, Grüne und Linke hätten per Satzungsrecht einen hohen Frauenanteil im Bundestag erreicht. Das sei auch in der CDU notwendig und müsse möglich sein. Zur Verbesserung der Beteiligung von Frauen gehöre die Verbesserung der strukturellen Bedingungen: «Soziale Sicherung, berufliche Arbeitszeiten in bestimmten Lebensphasen von Frauen und Männern, Veränderung der Angebote in den Parlamenten und außerhalb, um einseitige Belastungen abzubauen», verlangte sie.

Zugleich warnte Süssmuth ihre Partei vor negativen Auswirkungen des Quotenstreits. «Die nicht endenden Querelen spalten und schwächen uns - jetzt kommt es auf alte und neue Stärken an», sagte sie und ergänzte: «Dieser Parteitag muss unseren Zusammenhalt stärken und Polarisierung verringern.» (dpa)

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