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Polizei-Einsatz im Görlitzer Park. Eine Bezirksbürgermeisterin fühlt sich nicht mehr sicher.

CDU-Fraktionschef wirft ihr „Schizophrenie“ vor

„Als Frau zu gefährlich“: Grünen-Bürgermeisterin hat Angst in eigenen Parks

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Bezirksbürgermeisterin Herrmann sprach sich gegen die Diskriminierung von Dealern in Parks in Berlin aus. Sie selbst traut sich aber in die Parks nicht hinein.

Update vom 15. September: Mit einer Aussage über Berliner Parks hat die Berliner Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann für Aufsehen gesorgt. Im Mittelpunkt stand eine Äußerung der Grünen-Politikerin, dass sie nicht durch Parks in Berlin gehe, das sei ihr zu gefährlich. Die Kritik kam unter anderem von der CDU. Ihre Äußerungen zum Thema seien „an Schizophrenie nicht zu übertreffen“, zitiert die Berliner Morgenpost den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus.

Unterstützung erhielt die Grünen-Politikerin aus der eigenen Partei. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Silke Gebel verstehe Herrmann so, „dass sie als Frau Angst verspürt, wenn sie nachts allein unterwegs ist“. Dabei gehe es um das grundsätzliche Thema, dass Frauen wie Männer sich in der Öffentlichkeit nicht sicher fühlen würden. „Darüber müssen wir reden“, zitiert die Berliner Morgenpost Gebel weiter.

Ursprungsartikel vom 13. September: Grünen-Bürgermeisterin traut sich nicht in eigene Parks

Berlin - Als Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg hat es die Grünen-Politikerin Monika Herrmann mit dem Reizthema Drogen nicht so ganz einfach. Erst vor kurzem sprach sie sich für eine Inklusion der Dealer im Görlitzer Park aus - um diese Gruppe keinesfalls zu diskriminieren. Jetzt überrascht die Politikerin aber mit einer Aussage, die dieser Linie widersprechen dürfte. Als Frau fühle sie sich selbst in den Parks nicht sicher, gab Herrmann zu.

„Zu gefährlich“: Grünen-Politikerin Herrmann geht nicht mehr in Berliner Parks

Auf die Frage der Welt, wie sie in ihrem täglichen Leben zu den Parks steht, hatte sie eine klare Antwort: „Ich gehe in Berlin durch gar keine Parks.“ Der Grund: „Ich weiß ja nicht, wie Sie das handhaben, aber das ist mir als Frau zu gefährlich“, erklärt Herrmann im Interview, berichtet die B.Z. Berlin. Damit bringt sie die Debatte um Görlitzer Park und Co. wieder ganz hoch auf die Agenda - und muss sich auch für ihre eigene Politik Kritik anhören. 

Herrmann hatte sich in der Vergangenheit dafür ausgesprochen, Drogendealer zu tolerieren, anstatt sie zu verdammen, wie Merkur.de* berichtete. Laut dem aktuellen Interview gibt sie allerdings zu bedenken, dass die Zustände „nicht haltbar“ seien. Die Zahl der Verbrechen habe in letzter Zeit zugenommen. 

Die Bezirksbürgermeisterin traut sich laut eigener Aussage nicht in Berliner Parks.

Die Verantwortung gibt die Grünen-Politikerin dabei aber der Polizei und fordert mehr Präsenz der Einsatzkräfte in Parks, eingebettet in eine „einheitliche, konsequente Drogenpolitik“. Als Bezirksbürgermeisterin müsse sie sich mit der Situation arrangieren, habe lediglich Stellschrauben in Sachen Parkmanagement und Baumaßnahmen zur Verfügung. 

Video: Touristen halten Parks sauber

Bezirksbürgermeisterin stößt auf scharfe Kritik - es geht um ihre Position

Die Grüne, die sich nachts nicht in die Parks ihrer eigenen Stadt traut, stößt mit dieser Aussage auf Kritik. Mehrere Politiker haben laut Berichten des Tagesspiegels infrage gestellt, ob Herrmann als Bürgermeisterin noch tragbar ist - da Herrmann sich fragen lassen muss, „was sie in ihrem Bezirk falsch gemacht hat“, erklärt CDU-Fraktionschef Burkard Dregger. 

Auch die von Herrmann in die Verantwortung gezogene Polizei meldet sich laut Tagesspiegel zu Wort. Der Gewerkschaftssprecher Benjamin Jendro monierte, dass sich die Politikerin vor ihrer Verantwortung drücke und gab zu bedenken: „Es ist aber schon skurril, wenn die politisch Verantwortliche seit nunmehr sechs Jahren polizeiliche Maßnahmen erschwert und kriminelle Handlungen bagatellisiert, sich gleichzeitig aber mehr Unterstützung durch die Sicherheitsbehörden wünscht.“ 

Angstempfinden vs. Sicherheitsgefühl: Umgang mit Berliner Parks in der Debatte

Während in den sozialen Medien viele User Herrmann zustimmen und von ihren Ängsten in Berliner Parks sprechen, bedauert Polizeipräsidentin Barbara Slowik die Ängste der Politikerin. „Ich persönlich bewege mich frei davon in unserer Stadt – in ganz Berlin“, erklärt die Juristin. Der „Fingerzeig“ auf die Polizei sei für sie „nicht nachvollziehbar“ - denn es gehe in der Drogenpolitik um weitreichende Herausforderungen

Das subjektive Sicherheitsgefühl von Menschen in den Berliner Parks wird sich so schnell wohl nicht ändern. Es ist wohl ein ganzer Katalog von Maßnahmen, der nötig ist, um dieses wieder herzustellen. Der Kampf darum geht wohl weiter - doch ob Polizeipräsenz und Verdrängung oder Akzeptanz hier helfen, scheint noch zur Debatte zu stehen. Für beide Vorgehensweisen finden sich weiterhin Unterstützer.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Kommentare

Haluter
(0)(0)

Tja,
die Folgen von 20 Jahre rrg in Berlin.
Übrigens, an der Polizeischule dort, spricht schon keiner mehr deutsch.
Und, falls das noch nicht bis Bayern durchgedrungen ist:
Der Bundestag bekommt einen Schutzwall.
Da hat die Berliner Politik im Großen, wie im Kleinen, Angst vor den Ergebnissen ihrer eigenen Politik.
Man eh...

Ich hatte neulich ein privates Gespräch mit einer Schulrätin aus Berlin... und ich habe selber einmal unterrichtet, aber nicht in Beriln.
Da könnte man also auch zum Thema Bildung und der Situation an Berliner Schulen etwas schreiben, aber .......naja

Doppeldenk
(0)(0)

Das eigentlich Problem sind die Kunden, die D die sich ihre Drogen besorgen müssen weil sie Loser sind....Traurig.

Paule1
(0)(0)

Kapitulation auf ganzer Linie. Aber schlau daher reden. Wie alle Politiker der Altparteien.