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Chaos bei Berlin-Wahl: Journalistin spricht vom „Supergau“ - dann fehlen die Wahlzettel

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Von: Astrid Theil

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Bundestagswahl - Warteschlange in Berlin
Wahlberechtigte warten deutlich nach 18 Uhr in einer Schlange vor einem Wahllokal. © Georg Hilgemann/dpa

Noch nach 19 Uhr stehen Wahlberechtigte vor einigen Berliner Wahllokalen. Wegen zahlreicher Pannen herrschte bei der Wahl in Berlin teils Chaos - dementsprechend harsch ist die Kritik.

Berlin - Am Sonntag (26. September) wurde in Berlin nicht nur der Bundestag neu gewählt, sondern auch das Abgeordnetenhaus von Berlin. Neben den Corona-Hygieneregelungen und der Menge an Wahlentscheidungen - insgesamt sechs Kreuze mussten in Berlin gesetzt werden - kam es zu zahlreichen Pannen, die den Gang zur Urne für viele zu einem frustrierenden Erlebnis gemacht haben.

Viele Wählerinnen und Wähler warteten noch nach 19 Uhr darauf, ihre Stimme abgeben zu dürfen. Vor der eigentlichen Schließung der Wahllokale um 18 Uhr standen vielerorts in Berlin noch über hundert Menschen. Laut Informationen von ntv berichtete dies die Leiterin eines Wahllokals in Pankow.

Harsche Kritik wegen Wahl-Chaos in Berlin: „Supergau für Wahlbeteiligung“

Die chaotischen Zustände bei der Berlin-Wahl führten zu viel Kritik. Kultusministerin Monika Grütters (CDU) beschwerte sich über die Organisation der Wahlen in Berlin. Diese sei ihrer Meinung nach unverantwortlich abgelaufen. Gegenüber der B.Z. sagte die CDU-Politikerin, dass wenn das Ergebnis knapp ausfalle, das eine Einladung zur Anfechtung sei.

Auf Twitter machten besonders viele Menschen ihren Frust über die Pannen bei der Berlin-Wahl Luft. Ann-Kathrin Hipp, Redakteurin beim Tagesspiegel, bezeichnete den Ablauf der Wahl in Berlin als „Supergau“. Sie kritisierte, dass einige Wahlberechtigte aus Frust über die stundenlangen Wartezeiten nach Hause gingen - ohne an der Wahl teilzunehmen. Dies sei in Hinblick auf die Wahlbeteiligung besonders problematisch.

Zahlreiche Pannen in Berlin: Zu wenige und falsche Stimmzettel

Neben den Corona-Hygieneregeln und der längeren Aufenthaltsdauer in den Wahlkabinen aufgrund der Menge an Wahlentscheidungen kam es den ganzen Tag über zu verschiedenen Pannen. Bereits am Vormittag kam es zu Schwierigkeiten, weil einige Wahlhelfer kurzfristig abgesagt haben. Nach Angaben aus der Geschäftsstelle des Landeswahlleiters wurden diese über Nachrückerlisten nachbesetzt.

Zu einer weiteren Panne kam es in zwei Berliner Wahllokalen, die auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen waren. Das Problem: Wegen Schwierigkeiten mit der elektronischen Schließanlage kam das Wahlteam nicht rechtzeitig in das Gebäude der Mensa Nord des Studierendenwerkes mit den Wahllokalen 102 und 106 im Bezirk Mitte. Erst durch die Hilfe der Feuerwehr konnte das Wahlteam in das Gebäude, weswegen die Wahllokale erst mit Verspätung öffnen konnten.

Warteschlangen noch nach 19 Uhr: Wartezeit betrug teils über zwei Stunden

Zu einer noch größeren Panne kam es in vier weiteren Wahllokalen, wo zwischenzeitlich überhaupt nicht gewählt werden konnte. Der Grund: Es gab nicht genug Stimmzettel und der Kurier, der neue bringen sollte, stand im Stau wegen des Berlin-Marathons. Das größte Missgeschick war allerdings die Verzögerung und die ungültigen Stimmabgaben, die in drei Wahllokalen entstanden, weil dort falsche Wahlzettel auslagen. Betroffen waren die Wahllokale 404, 407 und 408 in Friedrichshain. Dort lagen bei der Wahl nur Stimmzettel aus Charlottenburg/Wilmersdorf vor.

Vor vielen Wahllokalen bildeten sich in Berlin daher lange Schlangen. Aufgrund der langen Wartezeiten beschloss die Landeswahlleitung in Berlin, dass jeder Wahlberechtigte, der um 18 Uhr in der Warteschlange stehe, wählen dürfe. Trotz dieser Zusage, waren Zeitprobleme offensichtlich. Die Wartezeiten betrugen teilweise über zwei Stunden, weswegen einige Wähler noch nach 19 Uhr genervt vor den Wahllokalen standen. (at)

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