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Der "Cavaliere" will es noch einmal wissen.

Berlusconi tritt bei Wahl  wieder an

Rom - Der "Cavaliere" kann es einfach nicht lassen. Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr erneut kandidieren.

Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will bei den Parlamentswahlen im März erneut für das Amt des Regierungschefs antreten. Das bestätigte der 76-Jährige am Samstag in Cargnago in der Lombardei. „Ich mache das noch einmal aus Verantwortungsbewusstsein heraus“, sagte der im November 2011 zurückgetretene Berlusconi. Er kehre zurück, auch wenn ihm der Regierungspalast Chigi in Rom „nicht eine Minute“ gefehlt habe. Als Termin für die Parlamentswahl zeichnet sich der 10. März ab.

Der Chef von Berlusconis Mitte-Rechts-Partei PdL (Volk der Freiheit), Angelino Alfano, hatte bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass der 76-Jährige erneut der Spitzenkandidat sein werde. Dazu meinte Berlusconi, die Partei habe einen anerkannten Führer gesucht, so wie er es zu Beginn seiner politischen Karriere 1994 gewesen sei, aber nicht gefunden. Berlusconi hatte sich gegen die Absicht seines Parteichefs gestellt, in Urwahlen den Kandidaten zu bestimmen.

In der Mitte-Rechts-Partei hatte es erheblichen Widerstand gegen eine erneute Kandidatur ihres Gründers Berlusconi gegeben, der noch in mehreren Prozessen von der italienischen Justiz angeklagt ist.

Staatschef Giorgio Napolitano setzte am Samstag seine Konsultationen fort, um ein geordnetes Ende der Legislaturperiode zu sichern. Berlusconis PdL hatte Regierungschef Mario Monti in dieser Woche die Gefolgschaft verweigert, will Monti jedoch nicht stürzen.

Napolitano empfing am Abend auch den parteilosen Monti, der seit November 2011 dabei ist, das Land aus der Schuldenkrise und aus dem Visier der Finanzmärkte zu bringen. Monti, von Napolitano ins Amt eingesetzt, nannte die Entscheidung der Berlusconi-Partei gegen ihn ein „kleines, sehr wichtiges Element der politischen Dynamik“.

Offen ist, ob Monti nach der Wahl erneut als Regierungschef eingesetzt werden könnte. Berlusconis zerstrittene Partei liegt in Umfragen seit langem nur noch an dritter Stelle. Am stärksten ist danach mit Abstand die Mitte-Links-Partei PD (Demokratische Partei) von Pier Luigi Bersani vor der populistischen Internet-Bewegung „Fünf Sterne“ des Komikers Beppe Grillo.

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dapd/dpa

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