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Bernhard Pohl wurde nach dem Landtagsempfang von der Polizei gestoppt, weil er alkoholisiert durch München gefahren war.

Weitere Maßnahmen gefordert

Pohl-Affäre: "Er ist in seinen Ämtern nicht mehr tragbar"

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München - Die Pohl-Affäre brodelt bei den Freien Wählern weiter: Führende Politiker sprechen sich für weitere Maßnahmen aus. "Aus meiner Sicht ist er in seinen Ämtern nicht mehr tragbar", sagte die Europaabgeordnete Ulrike Müller.

Bei den Freien Wählern brodelt es in der Pohl-Affäre weiter. Der Bezirksvorstand Schwaben einigte sich zwar einstimmig darauf, Pohl nicht zu stürzen. Man missbillige seine Alkoholfahrt, respektiere aber seine untadelige politische Arbeit, heißt es in dem Beschluss. Führende FW-Politiker sprechen sich aber für weitere Maßnahmen aus. Die Europaabgeordnete Ulrike Müller legte in ihrer Kritik an Pohl gegenüber unserer Redaktion nach. „Aus meiner Sicht ist er in seinen Ämtern nicht mehr tragbar.“ Sie kündigte an, als nächstes werde sich der Landesvorstand der Partei damit befassen, ob es satzungsrechtliche Schritte gegen Pohl geben könne. „Abgeordnete haben eine Vorbildfunktion“, sagte Müller.

Auch im schwäbischen Vorstand gibt es Zweifel, ob sich Pohl auf Dauer halten wird. Sein Vize Markus Brem rät, die Blutalkoholwerte abzuwarten und die Entscheidung, ob es juristische Konsequenzen geben wird, etwa ein öffentliches Gerichtsverfahren. „Aber: Das heißt noch lange nicht, dass Bernhard Pohl nicht für sich selbst weitere Konsequenzen ziehen könnte“, sagt Brem.

Der Vorsitzende des FW-Kreisverbandes Oberallgäu, Hugo Wirthensohn, trat am Mittwoch wegen des Falls zurück. „Ich kann das nicht mittragen, dass es keine Konsequenzen gibt“, sagte der Kommunalpolitiker aus Altusried. Er bestätigte Informationen der „Augsburger Allgemeinen“, wonach auch sein Stellvertreter zurückgetreten sei.

cd/mik/dpa

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