+
Awacs-Aufklärungsflugzeuge auf dem Flughafen des Militärstützpunkts in Konya. Foto: Andrea Hohenforst

Deutsch-türkischer Dauerstreit

Besuchsverbot von Nato-Basis: Stoltenberg schaltet sich ein

Neue Eskalationsstufe im Dauerstreit zwischen Deutschland und der Türkei: Jetzt dürfen deutsche Abgeordnete noch nicht einmal einen Nato-Stützpunkt in der Türkei besuchen. Die Absage könnte eine Retourkutsche von Präsident Erdogan sein.

Brüssel (dpa) - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist besorgt wegen des Besuchsverbots für deutsche Abgeordnete auf dem türkischen Bündnisstützpunkt Konya.

"Wir hoffen, dass Deutschland und die Türkei in der Lage sein werden, ein für beide Seiten akzeptables Datum für einen Besuch zu finden", sagte ein Sprecher nach einem Gespräch von Stoltenberg mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Dass der Streit gelöst werde, sei auch für die Nato ein zentrales Anliegen. Es sei normal, dass Parlamentarier im Ausland stationierte Truppen besuchten, sagte der Sprecher.

In der Nato wird befürchtet, dass das am Freitag bekannt gewordene Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete in der Türkei dazu führen könnte, dass die derzeit in Konya stationierte Bundeswehrsoldaten abgezogen werden. Dies wiederum könnte dazu führen, dass die Nato die Unterstützung der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz IS durch Radaraufklärungsflugzeug reduzieren muss. Deutschland stellt nämlich rund ein Drittel der Soldaten für die von Konya aus startenden Awacs-Maschinen.

Nach den Angaben des Nato-Sprechers vom Samstag war Stoltenberg am Freitag nicht nur mit Cavusoglu, sondern auch mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in Kontakt. Sein Ministerium hatte mitgeteilt, dass die Türkei einen für Montag geplanten Besuch von Bundestagsabgeordneten auf dem Nato-Stützpunkt im türkischen Konya untersagt hat.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Milliarden für Europa: Merkel und Macron wollen gemeinsames Eurozonen-Budget
Bei dem Spitzentreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Macron in Berlin haben die beiden eine Investitionsoffensive für Europa ausgemacht. 
Milliarden für Europa: Merkel und Macron wollen gemeinsames Eurozonen-Budget
Merkel und Macron wollen Investitionsoffensive für Europa
Meseberg (dpa) - Deutschland und Frankreich wollen eine milliardenschwere Investitionsoffensive in Europa starten. Dazu soll ein Eurozonen-Budget im Rahmen der …
Merkel und Macron wollen Investitionsoffensive für Europa
Mitten im Asylstreit: Trump bezichtigt deutsche Behörden der Lüge
Die Asyl-Krise zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer spitzt sich zu. Zwei Wochen hat die Kanzlerin nun Zeit, um einen Bruch abzuwenden. Alle Entwicklungen rund um …
Mitten im Asylstreit: Trump bezichtigt deutsche Behörden der Lüge
Angeklagter gesteht Angriff auf Kippa tragenden Israeli
Ein junger Israeli und sein Freund tragen die Kippa, als sie in Berlin unterwegs sind. Dann wird der junge Mann aus Israel mit einem Gürtel geschlagen. Der Angriff löst …
Angeklagter gesteht Angriff auf Kippa tragenden Israeli

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.