+
Vor allem im Osten altert die Bevölkerung besonders stark: War 2013 noch nicht einmal jeder Vierte im Rentenalter (über 64 Jahre), so wird es bereit 2030 voraussichtlich jeder Dritte sein. Foto: Swen Pförtner

Bevölkerung geht im Osten stark zurück

Die Republik verändert sich: Vor allem Berlin und Hamburg werden auch in den nächsten Jahrzehnten wachsen. In den Flächenbundesländern leben dagegen bald immer weniger Menschen. Vor allem im Osten.

Wiesbaden (dpa) - Trotz Zuwanderung geht die Bevölkerung in Deutschland bis 2060 deutlich zurück - vor allem im Osten. Berlin und die anderen Stadtstaaten legen entgegen dem Trend leicht zu.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine in Wiesbaden veröffentlichte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Sie basiert auf zwei unterschiedlichen Annahmen von Zuwanderung. Wie sieht die Entwicklung im Einzelnen aus?

Die Flächenländer im Westen: Mehr als 62 Millionen Menschen lebten dort 2013. Bis Anfang der 2020er Jahre rechnen die Statistiker noch mit einem leichten Plus von ein bis zwei Prozent. Anschließend sinkt die Zahl der Westdeutschen - je nach Stärke der Zuwanderung - auf 53 bis 57 Millionen Menschen im Jahr 2060. Am stärksten trifft es Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, am wenigsten Baden-Württemberg und Bayern.

Die Ost-Länder: 12,5 Millionen Menschen waren dort 2013 zu Hause. Künftig werden es nach der Berechnung immer weniger - 2060 sollen es trotz Zuwanderung nur noch etwa 9 Millionen sein. Am stärksten geht die Bevölkerungszahl in Sachsen-Anhalt zurück: um rund ein Drittel.

Die Stadtstaaten: Sie legten voraussichtlich leicht zu - von 5,8 Millionen Menschen (2013) auf 5,9 bis 6,4 Millionen. Besonders begehrt ist Berlin, gefolgt von Hamburg.

Zugleich altert die ostdeutsche Bevölkerung besonders stark: War 2013 noch nicht einmal jeder Vierte im Rentenalter (über 64 Jahre), so wird es bereit 2030 voraussichtlich jeder Dritte sein. "Im übrigen Bundesgebiet wird der Anteil der über 64-Jährigen deutlich langsamer steigen und erst um 2060 ein vergleichbares Niveau von über 30 Prozent erreichen", stellen die Statistiker fest.

Die Bevölkerungsvorausberechnung geht von einer jährlichen Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau und einem Anstieg der Lebenserwartung bei der Geburt aus. Die Fachleute unterscheiden in ihrem Modell zudem zwischen zwei Varianten mit unterschiedlich starker Zuwanderung. Eine Binnenwanderung zwischen den Bundesländern wird bis 2039 berücksichtigt.

Pressemitteilung mit methodischen Hinweisen

Zahlen nach Bundesländern

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EU-Experten: Merkel Zielscheibe aggressiver Propaganda
Donald Trump sät Zweifel an Berichten etablierter Medien. Die russische Regierung lanciert nach Brüsseler Angaben gezielt Falschmeldungen. Eine Gruppe von EU-Experten …
EU-Experten: Merkel Zielscheibe aggressiver Propaganda
AfD und Björn Höcke: Zeit der Entscheidung
Sprache bestimmt das Denken, sagen Linguisten. Wo also anfangen, wenn man die politischen Koordinaten eines Landes verändern will? Wohl doch am besten bei der Sprache. …
AfD und Björn Höcke: Zeit der Entscheidung
Ex-US-Präsident George H.W. Bush auf dem Weg der Besserung
Houston - Der an einer Lungenentzündung erkrankte frühere US-Präsident George H.W. Bush hat die Intensivstation verlassen.
Ex-US-Präsident George H.W. Bush auf dem Weg der Besserung
SPD-Spitzentreffen zur K-Frage - was will Gabriel?
Die Uhr bei der SPD tickt. Am Wochenende soll der Kanzlerkandidat auf der Bühne stehen. Ist es wie erwartet Parteichef Gabriel - oder gibt es eine Überraschung? Die …
SPD-Spitzentreffen zur K-Frage - was will Gabriel?

Kommentare