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Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beobachtet die Bevölkerungsentwicklung in Bayern.

Bevölkerungsprognose

Bayern wächst erst und schrumpft dann

Fürth - Während vor allem ostdeutsche Bundesländer unter Bevölkerungsschwund leiden, bleibt Bayern auf Wachstum programmiert. Doch profitieren von dieser Entwicklung nicht alle Regionen gleichermaßen.

Die Bevölkerung in Bayern wird nach jüngsten Behördenprognosen weiter wachsen und voraussichtlich im Jahr 2023 den Höchststand von 12,94 Millionen erreichen. Das wären rund 420 000 mehr Bayern als am Jahresende 2012. Danach rechnet das Statistische Landesamt allerdings wieder mit einem leichten Bevölkerungsrückgang. Im Jahr 2032 werden dann aller Voraussicht nach nur noch 12,87 Millionen Männer, Frauen und Kinder im Freistaat leben, prognostizierte die Behörde am Dienstag an ihrem künftigen Dienstsitz Fürth. Das wären aber auch noch 350 000 mehr als 2012.

Dank der unerwartet kräftigen Zuwanderung werde Bayern langfristig weniger deutlich an Bevölkerung verlieren als bislang angenommen, betonte Innenminister Joachim Hermann (CSU) bei der Vorstellung der Bevölkerungsvoraussage für die kommenden 20 Jahre. Bis 2032 rechneten die Fachleute mit einem jährlichen Wanderungsüberschuss von rund 50 000 - davon entfalle ein knappes Drittel auf Zuwanderer aus anderen Bundesländern und gut zwei Drittel auf zuwandernde Ausländer.

Von den Wanderungsüberschüssen werden nach Herrmanns Einschätzung auch einige strukturschwache Regionen profitieren: „Wir werden entgegen früheren Annahmen in Zukunft mehr Regionen in Bayern haben, wo die Bevölkerung gleich stabil bleibt. Und die Randbereiche werden nicht mehr so stark an Bevölkerung verlieren, wie wir noch vor zwei Jahren angenommen hatten“, sagte der Minister.

Sorgenkind bleiben weiterhin Unter- und Oberfranken. In Unterfranken rechnen die Landesstatistiker bis 2032 mit einem Bevölkerungsverlust von 5,2 Prozent, in Oberfranken sogar mit einem Minus von 8,1 Prozent. Die Landkreise Hof und Wunsiedel müssen sich bis Anfang der 30er Jahre auf einen Bevölkerungsschwund von rund 18 Prozent einstellen.

Auf Bevölkerungswachstum bleibt hingegen der Großraum München programmiert. In der Landeshauptstadt werde bis 2032 mit einem Zuwachs von 13,4 Prozent, im Landkreis München von 15,7 Prozent gerechnet. Der Großraum München sei auch einer der wenigen Regionen, in denen künftig die Zahl der Geburten die der Todesfälle aufwiegen.

Bayerns Wirtschaft wächst bis 2040 über Bundesschnitt

Die bayerische Wirtschaft wird laut einer Studie auch in den kommenden zweieinhalb Jahrzehnten von ihrer starken Exportorientierung profitieren. In der von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft beauftragten Studie geht die Prognos AG von einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum im Freistaat von 1,5 Prozent bis 2040 aus, das wären 0,2 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Allerdings sind konkrete Wachstumsprognosen selbst für die nahe Zukunft nur schwer möglich und müssen deshalb häufig revidiert werden.

Wesentliche Wachstumsimpulse liefere auch im Freistaat der private Konsum, doch dürfte der Beitrag des Außenhandels höher ausfallen als im Bund. „Ein knappes Drittel des Wachstums bis 2040 ist darauf zurückzuführen, bundesweit sind es nur 20 Prozent“, hieß es. Die Industrie und hier vor allem die Schlüsselbranchen Fahrzeugbau, Elektroindustrie, Maschinenbau und chemische Industrie, dürfte auch künftig wesentlichen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg Bayerns haben. Mit Ausnahme der chemischen Industrie seien diese Branchen in Bayern auch überdurchschnittlich vertreten. „Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass diese Konzentration auch ein gewisses Risiko birgt“, hieß es.

Bayern komme zugleich zugute, dass der demografische Wandel langsamer fortschreiten dürfte als im Bundesschnitt.

Zudem dürfte die Zahl der Erwerbstätigen lediglich um knapp fünf Prozent abnehmen, während bundesweit mit einem Minus von gut neun Prozent gerechnet wird.

dpa

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