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Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte steht nach den Angriffen auf eine Hotelanlage in Manila unter Druck.

Kein terroristischer Hintergrund

Bewaffnete greifen Hotelanlage in Manila an - Schüsse und Feuer

Schüsse und eine Brandstiftung in einem Einkaufs- und Hotelkomplex der philippinischen Hauptstadt. Augenzeugen berichten von mehreren Bewaffneten und Verletzten. Für einen Terroranschlag sieht die Polizei keine Beweise.

Manila - Schüsse und eine Brandstiftung haben in einem Hotelkomplex der philippinischen Hauptstadt Manila Panik ausgelöst. Der mit einem Schnellfeuergewehr bewaffnete Täter sei auf der Flucht, sagte Ronald Dela Rosa, Chef der Nationalen Polizei, am Freitag (Ortszeit) weiter. „Der Verdächtige hat ein ausländisches Aussehen“, sagte er. „Wir können das bisher nicht dem Bereich Terrorismus zuordnen.“ Es könne sich auch um einen Raub handeln. Bei dem Angriff habe es keine Toten gegeben.

Dagegen berichtete die auf die Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group unter Berufung auf einen Gefolgsmann der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), diese habe die Tat verübt.

Trump: „Was in Sachen Terrorismus für eine Welle durch die Welt geht, ist wirklich traurig“

In den USA reagierte Präsident Donald Trump umgehend. Er zeigte sich erschüttert vom Angriff auf die Hotelanlage. „Unsere Gebete und Gedanken sind mit den Opfern“, sagte Trump. „Was in Sachen Terrorismus für eine Welle durch die Welt geht, ist wirklich traurig.“ Das amerikanische Außenministerium rief US-Bürger auf den Philippinen dazu auf, die Gegend um die Hotelanlage zu meiden.

In lokalen Medienberichten hieß es, die Polizei sei mit starken Kräften angerückt und habe das Gelände abgeriegelt, während Passanten flüchteten. Es gebe Verletzte. Augenzeugen berichteten, mehrere Angreifer seien in dem Gebäude des Resorts World Manila.

Auf den Philippinen führt die Armee einen Kampf gegen islamistische Rebellen. Gefechte gab es in den vergangenen Tagen vor allem um die südphilippinische Stadt Marawi. Bei den Islamisten handelt es sich überwiegend um Angehörige einer lokalen Terrorgruppe namens Maute, die dem Islamischen Staat (IS) Treue geschworen hat. Im Süden der mehrheitlich katholischen Philippinen kämpfen muslimische Separatisten seit den 1960er Jahren für Autonomie.

Präsident Duterte wollte Terrorgruppen-Chef festnehmen 

Die Armee geht mit großer Härte gegen die Islamisten vor und hatte dabei aus Versehen auch mindestens elf eigene Soldaten getötet. Die Männer kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Donnerstag in der umkämpften Stadt Marawi bei einem Luftangriff ums Leben, der eigentlich Aufständischen galt. Damit stieg die Zahl der Todesopfer seit Ausrufung des Kriegsrechts über die Philippinen-Insel Mindanao vergangene Woche bereits auf mehr als 180.

Die Stadt auf Mindanao - etwa 800 Kilometer südlich von Manila - ist seit Dienstag vergangener Woche zwischen Regierungstruppen und Rebellen heftig umkämpft. Von den eigentlich mehr als 200 000 Einwohnern sind Zehntausende geflohen. Auf Anordnung von Präsident Rodrigo Duterte gilt für die gesamte Insel Minadano mit mehr als 20 Millionen Bewohnern das Kriegsrecht. Der Präsident drohte auch schon damit, das Kriegsrecht auf das ganze Land auszuweiten.

Die Kämpfe hatten mit einem Versuch der Regierungstruppen begonnen, in Marawi einen berüchtigten Anführer der Terrorgruppe Abu Sayyaf festzunehmen. Daraufhin holten die Aufständischen Verstärkung herbei. Nach Regierungsangaben wurden inzwischen 120 Rebellen getötet, darunter auch Kämpfer aus Saudi-Arabien und der russischen Teilrepublik Tschetschenien.

dpa

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