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Ruft die Münchner Parteifreunde zur Einigkeit – die er eben damit strapaziert: Parteichef Horst Seehofer.

Nach Irritationen im Vorfeld

Parteitag der CSU: „Ein typischer Seehofer“

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Parteichef Horst Seehofer hat beim Bezirksparteitag die CSU München zur Einigkeit aufgerufen – völlig unnötig, sagen einige verärgert. Im Vorfeld gab es aber Irritationen.

München - Parteichef Horst Seehofer hat beim Bezirksparteitag am Montagabend die CSU München zur Einigkeit aufgerufen – völlig unnötig, sagen einige verärgert. Die Stimmung sei so gut wie lange nicht mehr. Dabei gab es im Vorfeld durchaus Irritationen.

Zwischen Kultusminister Ludwig Spaenle und Fraktionschef Thomas Kreuzer soll es vorab ziemlich geknirscht haben. Kreuzer soll Spaenle lautstark und öffentlich vorgeworfen haben, nichts für die politische Zukunft der Landtagsabgeordneten Mechthilde Wittmann zu tun. Die ist Kreuzers Lebensgefährtin und läuft Gefahr, 2018 ohne Wahlkreis dazustehen. Parteichef Seehofer hatte verlangt, dass beide miteinander sprechen, die Probleme ausräumen. Und das möglichst vor dem Bezirksparteitag. Bis dahin soll wieder Ruhe einkehren. Schließlich standen Spanele und sein Team in München zur Wiederwahl an. Der Kultusminister und der Fraktionschef folgten, reichten sich die Hand.

„Sieg ist dort, wo Eintracht herrscht“

Dass nun ausgerechnet der CSU-Chef selbst ein wenig Unruhe in den Hofbräukeller trug, passe zum Stil. „Ein typischer Seehofer“, sagt ein Parteimitglied. Der Ministerpräsident hatte am Ende seiner Rede mehrfach zur Einigkeit aufgerufen. „Der Sieg ist dort, wo Eintracht herrscht.“ Als Chef, das wisse er nur zu gut, müsse man öfter mal bei Konflikten schlucken und diese nicht noch weiter befeuern. Wie etwa bei dem Streit um Mechthilde Wittmann. Ein Dank ging derweil an Spaenle und seinen Staatssekretär Georg Eisenreich mit den Worten: „Das sind harte Knochen.“

Georg Eisenreich musste sich zudem den einen oder anderen Seitenhieb gefallen lassen. Der Kreisvorsitzende der CSU München Süd hatte im Vorjahr beim Neujahrsempfang Finanzminister Markus Söder als neuen Ministerpräsidenten und Seehofers Nachfolger proklamiert. Es kam freilich anders. Der CSU-Chef fand das erheiternd, irgendwer müsse schließlich für Komödie sorgen, sagte Seehofer.

Lob gab es auch, unter anderem für Münchens Bürgermeister Josef Schmid. Auf den sei er stolz, sagte Seehofer. Und auch für Markus Blume, den Vize-General der Landes-CSU, den er für so gut halte, dass eine weitere Karriere nicht zu verhindern sei. Wohl wissend um die Ambitionen innerhalb der Münchner CSU sagte Seehofer in Richtung Eisenreich und Spaenle, man solle Blume als Münchner Chance sehen. „Nicht als Gefahr. Ihr wisst, was ich meine.“

„Ansagen waren unnötig“

Und daher grummelt es schon ein bisschen in der Seele der Münchner CSU: „Diese Ansagen waren unnötig. Aber das passt“, sagt ein Parteimitglied. Es sei die Art des Landeschefs, die Mitglieder zu führen. Eine Art Balance auf Power auszuüben. „Das ist seine Taktik, einzelne mal zu loben, dann wieder kleinzureden, niemanden so stark werden zu lassen, dass er ihm gefährlich werden könnte.“

Doch diese Animositäten seien nicht als Stimmungsbild zu verstehen. „Der Verband ist wetterfest“, sagt einer. Das zeige sich in der Wahl. Spaenle wurde mit 89,9 Prozent, seine Stellvertreter Eisenreich (82,9), Josef Schmid (92,9), Evelyne Menges (86,9) und Friederike Steinberger (83,3) deutlich im Amt bestätigt. „Ein sehr guter Parteitag, weil wir durch die Bank gute Ergebnisse erhalten haben“, sagt Bürgermeister Schmid. „In Zügen war das ein Unterstützungsparteitag.“ In großer Einigkeit.

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