Joe Biden, Präsident der USA, spricht während einer Veranstaltung über COVID-19-Impfungen im South Court Auditorium auf dem Campus des Weißen Hauses, während US-Vizepräsidentin Kamala Harris (l) zuhört.
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Bidens Corona-Berater ruft dazu auf den WHO-Bericht mit gesunder Skepsis zu betrachten.

Coronavirus

Bidens Corona-Berater: WHO-Bericht mit gesunder Skepsis betrachten

  • vonDana Popp
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Die WHO hat einen Bericht zum Ursprung des Coronavirus veröffentlicht. Bidens Corona-Berater mahnt dazu, den Bericht mit gesunder Skepsis zu betrachten. China wehrt sich gegen Kritik.

Washington - Die Weltgesundheitsorganisation hat einen Bericht zum Ursprung des Coronavirus veröffentlicht. Die US-Regierung sieht in diesem eine gewisse Anzahl ungeklärter Fragen. „Ich denke, wir müssen die Methodologie von diesem Bericht besser verstehen“, sagte der ranghohe Corona-Berater von Joe Biden, Andy Slavitt, am Dienstag dem Sender CNN. „Wurde den Ermittlern, die den Bericht geschrieben haben, vollständiger Zugang zu allem gewährt? Wurden sie in irgendeiner Weise von der Regierung Chinas beeinflusst, als sie diesen Bericht schrieben? Bis wir die Antworten auf diese Fragen kennen, denke ich, ist es das beste, wenn wir den Bericht mit einer gesunden Skepsis, nicht zwangsläufig mit Zynismus, betrachten.“

Der Bericht sollte an diesem Dienstag Vertretern der 194 WHO-Mitgliedsländer in Genf vorgestellt und anschließend online veröffentlicht werden. Die Wissenschaftler, die im Auftrag der WHO in China nach dem Ursprung des Virus suchten, bekräftigen darin die mehrfach geäußerte These, dass der Ursprung der weltweiten Pandemie aller Wahrscheinlichkeit nach im Tierreich liegt. Die Untersuchung fand in politisch aufgeheiztem Klima statt. China wollte verhindern, als Verursacher der Pandemie an den Pranger gestellt zu werden. Kritiker argwöhnen, dass China den 17 internationalen Experten nicht jeden gewünschten Zugang gewährte und bei der Erstellung des Berichts Druck ausübte. Teilnehmer:innen haben das aber zurückgewiesen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

China wehrt sich gegen Vorwurf: Alle Daten wurden offen gelegt

Der Vorwurf der Weltgesundheitsorganisation (WHO), China habe für die Mission in Wuhan zu den Ursprüngen der Corona-Pandemie nicht ausreichend kooperiert, ist in Peking auf Unverständnis gestoßen. Über die Kritik von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte der Chef der an der Mission beteiligten chinesischen Wissenschaftlerdelegation, Liang Wannian, am Mittwoch auf Nachfrage: „Ich verstehe seine Sicht der Dinge nicht, weil das ein Bereich ist, der uns, die Wissenschaftler, betrifft“, berichtet die Agence France-Presse.

Laut Liang legte China alle Daten offen. „Was unsere chinesischen Fachleute sehen können, ist dasselbe, was die ausländischen Fachleute sehen können“, versicherte er. Nach Verzögerungen war im Januar im Auftrag der WHO ein Team aus internationalen Wissenschaftlern ins chinesische Wuhan gereist, um die Ursprünge der Pandemie zu erforschen. Am Dienstag stellten sie ihren Bericht vor. Aus diesem Anlass hatte Tedros kritisiert, die internationalen Expert:innen seien vor Ort auf „Schwierigkeiten beim Zugang zu Rohdaten“ gestoßen. In der Zukunft erwarte er „gemeinschaftliche Studien, um rechtzeitiger und umfassender Daten zu teilen“. Der WHO-Chef schloss außerdem weiter die Entsendung zusätzlicher Missionen nicht aus.

WHO Bericht: Es ist „extrem unwahrscheinlich“, dass das Virus versehentlich aus einem Labor entwich

Die Missionsteilnehmer:innen stuften es in ihrem Bericht als „wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich“ ein, dass Sars-CoV-2 von der Fledermaus über ein Zwischenwirt-Tier auf den Menschen überging. Eine direkte Übertragung auf den Menschen bezeichneten die Autoren des Berichts als „möglich bis wahrscheinlich“. Die bevorzugte These Pekings, dass die Übertragung auf den Menschen über tiefgekühltes Fleisch erfolgte, halten die Experten für „möglich“.

Als „extrem unwahrscheinlich“ bezeichneten die Berichtsautoren die These, dass das Virus versehentlich aus einem Labor entwichen sein könnte. Tedros sagte jedoch, er sehe dennoch Bedarf für „weitere Untersuchungen“ zu der Hypothese eines Laborunfalls .Die Sprecherin des chinesischen Gesundheitsministeriums, Hua Chunying, verwies bei einer Pressekonferenz auf die Einschätzung der These in dem Bericht und rief die internationale Forschungsgemeinschaft auf, auch außerhalb Chinas nach den Ursprüngen der Corona-Pandemie zu suchen. Die EU hatte den Bericht zur Wuhan-Mission als „hilfreichen ersten Schritt“ bezeichnet. Die USA und 13 weitere Staaten äußerten jedoch Bedenken. Die Mission sei „erheblich verzögert“ worden und den Experten sei „der Zugang zu vollständigen, originalen Daten und Proben“ verwehrt geblieben, erklärten sie.(dp/dpa/afp)

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