Präsidentensohn Hunter Biden ist bei einem Interview in der Sendung „CBS Sunday Morning“ ,in dem er über sein Buch spricht, den Tränen nahe.
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Hunter Biden schreibt in seinen Memoiren über seine Crack-Abhängigkeit.

Buch „Beautiful Things“

Ohne Joe Biden „nicht überlebt“: Sohn Hunter enthüllt dramatische Details seiner Crack-Sucht

  • vonDana Popp
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Der Sohn von US-Präsident Joe Biden hat ein Buch veröffentlicht, in dem er von seiner Drogen- und Alkoholsucht berichtet. Und der Beziehung zu seinem Vater. 

Washington, DC - In seinen Memoiren enthüllt Hunter Biden seinen Abstieg in die Crack-Sucht. Das Buch mit dem Titel „Beautiful Things“ beschreibt die Kämpfe des zweitgeborenen Sohnes des Präsidenten mit Drogen und Alkohol. Sein erstes Glas Alkohol trank er bereits im Alter von 8 Jahren, bei einer Familienfeier. Bidens Buch ist eine Chronik seines bisherigen Lebens, mit langen Passagen über seine enge Beziehung zu seinem verstorbenen Bruder Beau Biden - und Einblicke, wie es war, als Sohn von Joe Biden aufzuwachsen.

"Beau und ich liebten seine ausführlichen Erzählungen über aktuelle Ereignisse, die meist mit historischen Hintergründen begannen, die Jahrhunderte zurückreichen konnten und dann mit Persönlichkeiten und Dynamiken endeten", schreibt Biden über seinen Vater. Laut CNN ist es Bidens Enthüllung über die jahrelange Unterstützung, Traurigkeit und Hilflosigkeit seines Vaters, die viele Leser interessiert. Am 6. April erschien das Buch in den USA. In Deutschland ist es ab nächster Woche erhältlich.

Joe Biden rettet seinem Sohn das Leben: „Du brauchst Hilfe.“

Hunter Biden beschreibt einen Abend, an dem er so viel Alkohol trank, dass sein Vater, damals Vizepräsident, einen Teil seines Sicherheitspersonals abzog und unangekündigt vor dessen Haustür auftauchte. Er habe seinem Vater gesagt, dass es ihm gut gehe. Dieser habe geantwortet: „Ich weiß, dass es dir nicht gut geht, Hunter “, so Biden weiter. „Du brauchst Hilfe.“ Das Gespräch von damals endete in einem Aufenthalt in der Reha, berichtet CNN. „Dad hat mich gerettet. Als er an meine Tür klopfte, rüttelte er mich aus dem Zustand heraus, in dem ich mich befand. Er rettete mich, indem er mich dazu brachte, mich selbst retten zu wollen. Auf mich allein gestellt, wäre ich sicher gewesen, dass ich nicht überlebt hätte“, schreibt Hunter Biden weiter. „Das war Dad. Er ließ mich nie vergessen, dass nicht alles verloren war.“

Crack könne selbst das privilegierteste Leben zerstören, gibt Hunter Biden in seinen Memoiren an. Er habe auf den Straßen Washingtons nach der Droge gesucht, tagelang nicht geschlafen und selbst Crack gekocht, sagt der Autor. „Es ist egal, wie viel Geld du hast, in welchen Kreisen du verkehrst und aus welcher Familie du kommst: Am Ende sind wir alle allein“, so Hunter Biden. Der Präsident und seine Ehefrau Jill ließen im Februar über die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, erklären, als Eltern bewunderten sie die Stärke und Mut ihres Sohnes, offen über seine Abhängigkeit zu sprechen. „Dies ist ein persönliches Buch über seinen persönlichen Weg.“ Hunter ist der Sohn aus Joe Bidens erster Ehe. Bidens Ehefrau Neilia und die gemeinsame Tochter Naomi waren 1972 bei einem Autounfall getötet worden. Die Söhne Beau und Hunter wurden damals schwer verletzt. Joe Biden erzog die beiden allein, bis er seine heutige Frau kennenlernte. Der ältere der beiden Brüder, Beau Biden, starb 2015 an den Folgen eines Hirntumors.

Donald Trump versuchte im Wahlkampf die Drogen-Sucht von Hunter Biden zu benutzen

Biden hat nie versucht, die Probleme seines Sohnes zu verbergen. Auch nicht während des Präsidentschaftswahlkampfes, in dem der damalige Präsident Donald Trump Hunter Biden immer wieder zum Thema machte. „Mein Sohn hatte, wie viele Leute, wie viele Leute, die Sie zu Hause kennen, ein Drogenproblem“, sagte Joe Biden während der Debatte mit Trump am 29. September 2020. „Er hat es überwunden, er hat es in den Griff bekommen, er hat daran gearbeitet, und ich bin stolz auf ihn.“ Hunter Biden, der heute als Künstler in Los Angeles lebt, war auch wegen seiner Geschäftsbeziehungen in die Ukraine und nach China ins Visier Trumps geraten. Er gab zu, mitunter „schlechtes Urteilsvermögen“ bei seinen Geschäften gehabt zu haben, bestritt aber jedes Fehlverhalten.

Der konservative Medien-Mogul Rupert Murdoch äußerte sich in seinem Boulevard-Blatt New York Post zu Hunter Bidens Memoiren kritisch. „So schlecht er auch rüberkommt, es ist sein Vater, Präsident Biden, dessen Charakter einen Schlag einstecken muss. Der Joe Biden, der hier dargestellt wird, ist ein abwesender Vater, ein entfernter Elternteil, der sich emotional nicht öffnen konnte oder wollte“, schreibt Murdoch in einem Kommentar. Für die Gegner des Präsidenten ist das Buch eine willkommene Gelegenheit, um diesen zu kritisieren. (dp/dpa)

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