Joe Biden und Amy Gutmann - hier bei einem gemeinsamen Auftritt im Jahr 2016.
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Joe Biden und Amy Gutmann - hier bei einem gemeinsamen Auftritt im Jahr 2016.

Nach einem Jahr Hängepartie

Biden-Paukenschlag in Berlin: Novum in mehr als 100 Jahren - Nachfolge für Trumps Eklat-Botschafter steht

  • Florian Naumann
    VonFlorian Naumann
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Mit Donald Trumps Botschafter Richard Grenell hat Deutschland einige Mühe. Joe Biden will den Posten nun wieder besetzen - er plant ein absolutes Novum.

Berlin/Washington, D.C. - US-Präsident Joe Biden* bricht erneut plakativ mit der Ära seines Vorgängers Donald Trump - diesmal in Deutschland. Nach rund einem Jahr Vakanz will er den Botschafterposten in Berlin wieder besetzen. Und zwar mit einer Frau: Die Politikwissenschaftlerin Amy Gutmann soll als erste Frau in mehr als 100 Jahren US-Botschafterin in Deutschland werden.

Joe Biden: USA wollen bekannte Politologin nach Deutschland entsenden - Novum in über 100 Jahren

Offiziell ist der Wechsel noch nicht, das Bundespräsidialamt muss laut einem Bericht des Spiegel noch zustimmen. Auch der US-Senat müsste die Personalie noch bestätigen. Beides gilt aber eher als Formsache. Sollte Gutmann den Posten antreten - der Bruch zu Vorgänger Grenell wäre jedenfalls merklich. Grenell, ein glühender Trump-Anhänger*, war in Deutschland mit seinen häufig forschen Ansagen und seinem konfrontativen Auftreten immer wieder angeeckt und schließlich im Juni 2020 zurückgetreten.

Die Politikwissenschaftlerin Gutmann ist Tochter eines jüdischen Vaters, der 1934 aus Nazi-Deutschland geflohen war. Sie ist seit 2004 Präsidentin der Privatuniversität in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania, die als eine der besten Hochschulen des Landes gilt. Die UPenn abgekürzte Hochschule gehört zur sogenannten Ivy League von prestigereichen Unis im Nordosten der USA wie Harvard, Princeton und Yale.

Gutmanns Vertrag in Philadelphia läuft eigentlich noch bis 2022. Sie ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden und wurde 2011 vom Magazin Newsweek zu den „150 Frauen, die die Welt bewegen“ und 2018 von der Zeitschrift Fortune zu den 50 größten Führungspersönlichkeiten der Welt gezählt.

Trump wollte Armee-Oberst zu Botschafter in Deutschland machen

Trump hatte vor Jahresfrist angekündigt, den pensionierten Armee-Oberst Douglas Macgregor zu Grennels Nachfolger machen zu wollen. Macgregor wurde aber nie vom US-Senat bestätigt. Die Botschaft am Brandenburger Tor wird seit vergangenem Jahr übergangsweise von der Gesandten Robin Quinville als Geschäftsträgerin geleitet.

Trumps Nachfolger Biden hat verbesserte Beziehungen zu den traditionellen westlichen Verbündeten der USA wie Deutschland zu einem Kernanliegen seiner Außenpolitik gemacht. Unter anderem legte Biden Trumps Entscheidung zum Abzug tausender US-Soldaten aus Deutschland auf Eis. (AFP/dpa/fn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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