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Biden muss Trump jetzt fürchten – Ex-US-Präsident vor Comeback?

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Die Niederlage bei der Gouverneurswahl in Virginia ist für die Biden-Regierung verheerend. Das Schreckgespenst Trump geht um.

Washington, D.C. – Für die einen ist es der größte Alptraum – und für die anderen ein Herzenswunsch: Ex-US-Präsident Donald Trump zurück im Weißen Haus. Wie ernst er es mit seinen Ambitionen meint, weiß vermutlich nur der Republikaner selbst. Klar ist jedoch, dass Joe Biden aktuell ordentlich einstecken muss. Das stärkt Trump und seine Anhängerinnen und Anhänger.

Die verlorene Gouverneurswahl in Virginia, das knappe Rennen um den US-Bundesstaat New Jersey und das Bürgermeisteramt in New York City – all das sind Stimmungsmesser vor den anstehenden entscheidenden Midterms 2022. Traditionell wird die amtierende Partei dabei gerne abgestraft. Besonders Virginia galt als wichtiger Stimmungstest über Bidens Politik – und als erste Probe im Umgang mit Ex-Präsident Trump.

Eine Umfrage des US-Senders NBC zeigte außerdem kürzlich, dass nur noch 42 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Demokraten zufrieden ist. Bittere Pillen für den 78-Jährigen, der die vergangenen Tage beim UN-Weltklimagipfel in Glasgow tagte.

Biden muss Trump fürchten – Ex-US-Präsident vor Comeback?

In den Vereinigten Staaten machen Republikaner derweil ordentlich Stimmung gegen Biden. Neuester Coup ist die kryptische Botschaft „Let‘s go, Brandon!“ – dahinter steckt aber die Aussage „Fuck Joe Biden!“.

Wie hart die Demokratische Partei der Verlust Virginias trifft, analysiert die renommierte US-Zeitung New York Times folgendermaßen: „Die Demokraten haben die Ergebnisse des größten Wahltags der Nation bis zu den Midterms im nächsten Jahr in Alarmbereitschaft versetzt und gezeigt, dass die Welle der Anti-Trump-Energie, die sie an die Macht brachte, sich in Apathie verwandelt hat mit einer Basis, die des Protests müde ist und weitgehend zurückgekehrt ist zum Brunchen.“

Donald Trump ist für viele US-Republikaner der eigentliche Wahlsieger.
Die „Big Lie“: Donald Trump ist für viele US-Republikaner der eigentliche Wahlsieger. © MICHAEL ZARRILLI/afp

Wie sehr das Schreckgespenst Trump aktuell vor Joe Biden herumschwirrt, will die konservative New York Post auch darin erkennen, dass dieser in einer Rede während des Wahlkampfes in Virginia den Republikaner ganze 24 Mal erwähnte – obwohl dieser aktuell für gar kein Amt im Rennen ist. Dunkle Wolken über dem demokratischen Washington.

Donald Trump nimmt Republikaner-Sieg für sich ein – Biden hat harte Zeit im US-Kongress

Derweil stolpert Biden im US-Kongress beim Versuch, zwei riesige Investitionspakete durchzubringen. Dabei hat er nicht nur mit dem entschlossenen Widerstand der Republikanischen Partei zu kämpfen, sondern auch mit innerparteilichen Lagerkämpfen. So stellt sich der konservative Demokrat Joe Manchin gerne quer – und bei der hauchdünnen Mehrheit der Partei im Kongress ist er damit automatisch das Zünglein an der Waage.

Und so hängt seit Wochen das Infrastrukturpaket im Repräsentantenhaus fest. Mit dem Paket sollen eigentlich Straßen, Brücken, Wasserleitungen und Internetnetze modernisiert werden. Eines der entscheidenden Vorhaben der Biden-Regierung. Der Präsident sieht daher nach der Wahlniederlage auch seine ins Stocken geratenen Investitionspläne als Grund für das schlechte Ergebnis.

Diese Entwicklungen zeigen, dass es für Biden und die Demokratische Partei bei den anstehenden Kongresswahlen tatsächlich um alles geht. Sollten sie ihre Mehrheit verlieren, würde die Regierung versteinern und zu einer „lame duck“ verkommen. Biden, der gerne von seinen Gegnern als „Sleepy Joe“ verunglimpft wird, wären damit politisch die Hände gebunden. Donald Trump ist derweil scheinbar in bester Stimmung. „Ich möchte meiner Basis dafür danken, dass sie in Kraft trat und für Glenn Youngkin gestimmt hat. Ohne Sie wäre er nicht annähernd am Gewinnen gewesen. Die MAGA-Bewegung ist größer und stärker als je zuvor“, ließ er über seine Pressesprecherin auf Twitter posten – und heimste so den Sieg in Virginia für sich ein. (aka)





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