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Joe Biden.

Nach weiterer Enthauptung

USA drohen IS: "Bis zu den Toren der Hölle"

Washington - Die USA werden die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach den Worten von US-Vizepräsident Joe Biden „bis zu den Toren der Hölle“ verfolgen.

Nach der Hinrichtung eines zweiten US-Reporters durch die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) haben die USA mit Vergeltung gedroht. "Unsere Reichweite ist groß und der Gerechtigkeit wird Genüge getan werden", warnte Obama am Mittwoch. Vizepräsident Joe Biden kündigte an, die Terrormiliz bis "zu den Toren der Hölle" zu verfolgen. Frankreich und Großbritannien schlossen eine Militärintervention nicht aus.

In einem am Dienstag veröffentlichten Video enthauptet ein maskierter IS-Anhänger den vor einem Jahr in Syrien entführten Journalisten Steven Sotloff. Das Weiße Haus bestätigte am Mittwoch die Echtheit des Videos. Vergangenen Monat hatten die IS-Kämpfer bereits den US-Reporter James Foley enthauptet und am 19. August Aufnahmen von der Tat ins Internet gestellt.

Obama bezeichnete die Ermordung von Steven Sotloff als "entsetzlichen Gewaltakt". Die USA würden sich davon aber "nicht einschüchtern" lassen. Am Rande eines Staatsbesuchs in Estland bekräftigte der Präsident das Ziel, die Dschihadistengruppe "zu zerstören", damit von ihr keine Gefahr für die Region und die USA ausgehe. Die Pläne des Präsidenten, dem Kritiker eine fehlende Strategie angesichts der grenzüberschreitenden Bedrohung durch die IS-Kämpfer vorwerfen, blieben aber vage.

Das US-Militär fliegt seit Anfang August Luftangriffe auf den Nordirak, um die kurdischen Peschmerga und die Regierungstruppen in den Gefechten mit den Dschihadisten zu unterstützen. Im Kongress in Washington fordern Abgeordneten immer vehementer, den Militäreinsatz auch auf das benachbarte Syrien auszudehnen. Obama lehnt dies bislang ab. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen 350 zusätzliche US-Soldaten in den Irak verlegt werden, um in der Hauptstadt Bagdad für den Schutz von diplomatischen Einrichtungen und diplomatischem Personal zu sorgen.

Biden wählte US-Medien zufolge am Mittwoch drastische Worte, um die Entschlossenheit im Kampf gegen die Extremisten zu untermauern. "Wir werden ihnen zu den Toren der Hölle folgen, bis sie zur Rechenschaft gezogen werden, denn die Hölle ist, wo sie sich aufhalten werden", sagte der Vizepräsident bei einer Kundgebung im Bundesstaat Maine. Außenminister John Kerry bezeichnete das Vorgehen der IS-Kämpfer als "mittelalterliche Barbarei".

In dem Video zur Hinrichtung von Sotloff spricht der Täter mit britischem Akzent, so wie schon der Täter in dem Video von der Enthauptung Foleys. Der Mann droht, das nächste Hinrichtungsopfer werde ein von den Dschihadisten festgehaltener britischer Entwicklungshelfer sein, wenn London seine Unterstützung für den US-Militäreinsatz im Irak nicht beende.

Großbritanniens Regierungschef David Cameron kam am Mittwoch mit seinem Sicherheitskabinett zu einer Krisensitzung zusammen. Außenminister Philip Hammond sagte anschließend, London prüfe "jede mögliche Option, um diese Person zu schützen". Sollten sich Luftangriffe als geeignete Maßnahme erweisen, "dann werden wir das sicher erwägen". Auch Frankreichs Präsident François Hollande erklärte, die Bedrohung durch die Dschihadisten könnte eine Militärintervention nötig machen. Nach einer Sitzung des Verteidigungsrates in Paris betonte Hollande die Notwendigkeit einer "politischen, humanitären und wenn nötig militärischen Reaktion".

Die Bundesregierung erklärte, das Video von der Hinrichtung Sotloffs sei ein "weiterer widerwärtiger Beweis" für die Geisteshaltung und Grausamkeit der IS-Miliz. Die EU teilte mit, nach dem "empörenden Mord" sei sie "mehr denn je" entschlossen, die internationalen Bemühungen zum Kampf gegen die Dschihadisten zu unterstützen. Iraks Außenminister Hoschjar Sebari verurteilte die Enthauptung als "Akt der Barbarei und des Bösen".

AFP/dpa

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