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Bild aus dem Frühjahr 2019: Markus Söder bringt Saatgut für einen Blühstreifen aus - der Ministerpräsident hatte letztlich das Bienen-Begehren politisch „adoptiert“.

„Bewusst“ gegen den Zweck der Neuerung?

Die Bilanz nach dem Bienen-Begehren: Söder schwenkte um - doch nun kommen auch Vorwürfe

  • Klaus Rimpel
    vonKlaus Rimpel
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Mit einem Volksbegehren sollen Bienen und andere Insekten geschützt werden. Die erste Bilanz der Initiatoren offenbart viele positive Entwicklungen, aber auch eine merkwürdige Gesetzesanpassung.

  • Anfang 2019 wurde die bayerische Landesregierung mit dem Volksbegehren zur Rettung der Biene unter Druck gesetzt.
  • Nun ziehen die Initiatoren eine erste Bilanz.
  • Vieles sei wie besprochen umgesetzt worden - es gibt aber auch einen Streitpunkt.

München - Rund 1,75 Millionen Menschen standen Anfang 2019 an den Rathäusern Bayerns Schlange, um für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zu unterschreiben - eine Rekordbeteiligung. Der unter Druck gesetzte Markus Söder (CSU) reagierte - und so beschloss der bayerische Landtag vor genau einem Jahr, die Forderungen des Volksbegehrens eins zu eins zu übernehmen.

Die Initiatoren des Volksbegehrens, Umweltorganisationen und Parteien wie die ÖDP und die Grünen, zogen am Donnerstag eine erste Bilanz: „Einige gute erste Schritte sind gemacht, einige neue Regelungen werden aber auch noch nicht umgesetzt“, so Agnes Becker von der ÖDP. 

Ein Überblick über die bisherigen Ergebnisse:

Bienen-Begehren: 170.000 Flächen in Fußballfeld-Größe naturnah bewirtschaftet

Mehr nutzungsfreie Schutz­gebiete: Straßenränder würden seltener und später gemäht, außerdem seien über 5000 Hek­tar als nutzungsfreie Schutz­gebiete ausgewiesen worden. „Darüber freuen wir uns“, so Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbundes Vogelschutz (LBV).

Mehr Grünflächen: Rund 170.000 fußballfeldergroße Flächen würden bereits naturnah bewirtschaftet, so Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Über rund 8000 Kilometer Länge seien Gewässerrandstreifen geschaffen worden, damit keine Giftstoffe ins Wasser gelangen können. Rund 5000 Hek­tar Naturwald seien zudem aus landwirtschaftlich genutzten Flächen ermöglicht worden.

Bienen-Begehren: Kritik von Grünen wegen Gesetzesanpassung bei Streuobstbeständen

Mehr Streuobstwiesen? Mit dem Anheben der Mindeststammhöhe für geschützte Streuobstbestände handele man bewusst gegen den Geist des Volksbegehrens, monierte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann. Minister Glauber hingegen beteuerte, er wolle „mehr statt weniger Streuobstwiesen“. Dafür sei eine deutschlandweit einmalige Förderung beschlossen worden.

Mehr Geld: Der Umweltminister erklärte, im vergangenen Jahr seien für den Artenschutz zusätzlich 75 Millionen Euro investiert worden und landesweit 170 neue Stellen geschaffen worden. Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung, lobte, dass es endlich Finanzmittel und Stellen für den Naturschutz gebe, hier setze die Staatsregierung ihre Zusagen um. „Im Vergleich zu den teilweise exorbitanten Mittelzuwächsen in anderen Bereichen sind wir aber von der XXL-Variante noch weit entfernt, Umschichtungen vor allem von Stellen zugunsten des Naturschutzes sind weiter erforderlich“, sagte Obermeier. Besonders ärgerlich sei da die Kürzung der Kulturlandschaftsprogramm-Gelder (KULAP) für Bio- und Öko-Landwirte, so ÖDP-Expertin Becker.

Unterstützung für die Bienen: Rund 1,75 Millionen Menschen haben das Volksbegehren unterzeichnet.

Bienen-Begehren: Rückgang der Insekten geht weltweit rasant vonstatten

Mehr Bienen? Darüber, ob all diese Maßnahmen zu einer Zunahme der Zahl an Bienen, Schmetterlingen oder anderen Fluginsekten geführt haben, lassen sich noch keine fundierten Aussagen machen - das sei frühestens nach fünf Jahren möglich, so Experten. Weltweit setzt sich der Rückgang an Insekten in atemberaubendem Tempo fort: So gibt es in Europa etwa zehn Prozent weniger Bienen als noch 1989, in den USA ist ein Rückgang von 30 Prozent zu verzeichnen - im Nahen Osten sind es sogar 85 Prozent, so die Umweltorganisation Nabu.

Wissenschaftler der Technischen Universität München und des Deutschen Entomologischen Instituts haben bei drei Magerrasenflächen bei Regensburg alte Aufzeichnungen mit aktuellen Messergebnissen verglichen: Kamen dort in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch mehr als 110 Tagfalterarten vor, waren es 2013 nur noch 71. Der Entomologische Verein Krefeld sammelte 1995 im Schnitt noch 1,6 Kilogramm aus seinen 88 Untersuchungsfallen. „Heute sind wir froh, wenn es 300 Gramm sind“, so der nordrhein-westfälische NABU-Landeschef Josef Tumbrinck. (Klaus Rimpel)

In diesem Video erklären wir, wie Sie erkennen, welches Insekt Sie gestochen hat.

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