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Je besser qualifiziert die Menschen sind, umso seltener sind sie erwerbslos.

Statistiker stellen fest:

Bildung ist entscheidend für Integration

Berlin  - Bildung ist entscheidend für die Integration von Migranten in die Gesellschaft. Das geht aus einem umfangreichen Datenreport hervor, den das Statistische Bundesamt in Berlin vorgestellt hat.

Derzeit sind Zuwanderer in Deutschland geringer gebildet, seltener erwerbstätig, sie verdienen weniger und sind eher von Armut bedroht. Sie sind mit 35,4 Jahren im Durchschnitt auch deutlich jünger als Menschen ohne Migrationshintergrund (46,8 Jahre).

Die Studie fordert, bessere Zugänge und Strukturen für Bildungsangebote für Migranten zu schaffen. Je besser qualifiziert die Menschen sind, umso seltener sind sie erwerbslos. 2014 waren 65 Prozent der 15- bis 64-Jährigen mit Migrationshintergrund erwerbstätig - 11 Prozent weniger als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.

Besonders groß sind die Unterschiede bei den Frauen: Insgesamt standen 37 Prozent aller Frauen mit Migrationshintergrund dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Bei den Frauen ohne Migrationshintergrund waren es 24 Prozent.

Der Aktionsrat Bildung empfiehlt niedrigere Standards in der Berufsausbildung für Flüchtlinge. In ihrem neuen Jahresgutachten plädieren die Bildungsforscher um den Hamburger Unipräsidenten Dieter Lenzen für "theorieentlastete zweijährige Ausbildungsberufe" und Teilqualifizierungen, um jungen Flüchtlingen den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Außerdem fordern die Wissenschaftler eine Berufsschulpflicht vom 16. bis zum 21. Lebensjahr.

Das wäre nach Einschätzung der Bildungsforscher vor allem wichtig, weil über die Hälfte der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge unter 25 Jahre alt ist, ein Viertel sogar unter 16. Flüchtlingskinder sollten nach Meinung der Wissenschaftler möglichst früh am regulären deutschsprachigen Schulunterricht teilnehmen.

dpa

Studie

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