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Die Bundeskanzlerin sucht nach einem Kompromiss für die Bildungsrepublik

Merkels Bildungsgipfel ist umstritten

Die Offensive für eine Bildungsrepublik Deutschland lief bisher wie am Schnürchen. Doch jetzt, pünktlich zum Bildungsgipfel in Dresden, wird Kritik laut.

Der Bildungsgipfel in Dresden sollte ein krönender Abschluss von Angela Merkels Bildungsoffensive für Deutschland werden. Als sie im Frühsommer das Thema Bildung zur Chefsache machte, lief alles wie geschmiert - bis jetzt.

Bildung ist ein schwieriges Thema für einen Bundespolitiker, denn sie fällt in das Hoheitsgebiet der Länder. Doch zum Stimmenfang dient sie allemal, denn dass die Situation an Schulen und Universitäten verbessert werden muss, darüber ist sich die Republik einig.

Bisher lief auch alles nach Plan. Die Besuche der Bundeskanzlerin an Schulen und Universitäten produzierten schöne Bilder und positive Schlagzeilen. Kurz vor dem Bildungsgipfel fuhr ihr allerdings eine Studie des Hochschul-Informations-System (HIS) in die Parade: Es geht um die Auswirkungen der Studiengebühren. Die unionsgeführten Bundesländer führten nach und nach gegen den Willen der Oppositionen in den Ländern, der Studenten und der Experten Studiengebühren ein. Die Studie besagt nun, dass diese Gebühren Studienberechtigte aus "prekären" Schichten, also aus nicht akademischem Elternhaus mit geringem Einkommen, vom Studium abhalten. Dieses Ergebnis bedeutet Wasser auf die Mühlen der Gebührengegner und überschattet nun den Bildungsgipfel.

Doch es standen auch andere Themen auf der Tagesordnung:

  • heute.de beleuchtet die Erwartungen an den Bildungsgipfel und die Umstände im Vorfeld.
  • Spiegel Online berichtet, ein neuer Deutschland-Atlas beschreibe die Neigung von Abiturienten für oder gegen ein Studium sowie für die Fachrichtungen anhand ihrer geografischen Herkunft.
  • Das ZDF-Magazin Frontal 21 recherchierte eine enorme Verschwendung von Fördergeldern für Ganztagsschulen.
  • Das ZDF zeigt in einer Bildershow unter dem Titel "Bildung in aller Munde" Äußerungen prominenter Politiker zum Thema Bildung.
  • Das Handelsblatt bietet ein Essay zur aktuellen Bildungssituation in Deutschland an, vergleicht uns mit unseren Nachbarn und macht Vorschläge zu einer Verbesserung der Lage.
  • Bundesbildungsministerin Annette Schavan fordert die Geschlechtertrennung in Unterrichtsfächern wie Naturwissenschaften und Sprachen, um Mädchen und Jungen entsprechend ihrer Bedürfnisse fördern zu können.
  • Das Deutschlandradio Kultur führte ein Interview mit dem Bildungsexperten Heinz-Elmar Tenorth, der sagt, die Bildungsexpansion nutze nichts, wenn nicht die Strukturen so verändert würden, dass auch sozial schwächer gestellte Menschen Zugang zu Bildung erhalten.
  • Auf sueddeutsche.de ist ein Kommentar, der erklärt, warum dieser Bildungsgipfel kein Erfolg werden kann.
  • Die Tagesschau zeigt ein Interview mit SPD-Politikerin Ulla Burchardt. Die Vorsitzende des Bildungsausschusses des Bundestages vermutet, dass Merkel die Studie absichtlich zurückgehalten habe.
  • Ralf Schwartz twittert zum Thema, das bedeutet, er führt ein Mini-Blog, und gibt den ein oder anderen interessantes Hinweis.

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