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Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger privat und Karriere

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Bettina Stark-Watzinger
Bettina Stark-Watzinger © Frederic Kern / IMAGO

Deutschlands Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Watzinger ist studierte Volkswirtschaftlerin und Finanzexpertin.

München – Die am 12. Mai 1968 in Bad Soden geborene Bettina Stark-Watzinger absolvierte erst im Alter von 21 Jahren ihr Abitur, startete danach ein Studium der Volkswirtschaftslehre, begann eine Karriere in der Finanzbranche und entdeckte erst Jahre später mit dem Beitritt zur FDP die Politik für sich. Seit 2020 sitzt die FDP-Politikerin im Parteipräsidium, seit dem 8. Dezember 2021 hat Stark-Watzinger als Nachfolgerin von Anja Karliczek die Position als Bundesministerin für Bildung und Forschung inne. Als solche sind es insbesondere die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie der Energiekrise auf den Schul- und Bildungsbetrieb, mit denen sie sich aktuell befassen muss: Schulschließungen, Luftfilter in Klassenräumen, Förderpolitik etc. Sie tritt für eine soziale Marktwirtschaft, liberale Bildungspolitik, Digitalisierung an den Schulen sowie für eine Trendwende in Deutschlands Steuerpolitik ein, um dadurch insbesondere kleinere und mittlere Einkommen zu entlasten. In Sachen „Bildung in Deutschland“ setzt sie auf Chancengleichheit der Bürger. Ihr Motto lautet: „Jeder Mensch soll seinen Lebensweg gehen können.“ Sowie: „Die Zukunft gehört denen, die etwas tun.“

Bettina Stark-Watzinger – ihre Karriere

Nach dem Abitur an der Mädchenschule St. Angela 1989 studierte Bettina Stark-Watzinger bis 1993 Volkswirtschaftslehre an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main, wurde im Anschluss daran zunächst Trainee bei der BHF Bank AG in Frankfurt am Main und arbeitete dann dort als Regional Managerin. Im Jahr 1997 zog sie mit ihrer Familie für drei Jahre nach London und studierte Psychologie. Nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt im Vereinigten Königreich war sie nach ihrer Rückkehr als Academic Manager im Finance, Accounting, Controlling and Taxation Department der European Business School in Oestrich-Winkel tätig. Danach arbeitete sie von 2008 bis 2013 als Geschäftsführerin des House of Finance an der Goethe-Universität. Von 2008 bis 2017 war sie kaufmännische Geschäftsführerin des Forschungszentrums SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe. Ihr Leitsatz: „Mädchen können genauso viel wie Jungs, und Bildung kann dir niemand mehr nehmen, wenn du sie einmal erworben hast.“

Bettina Stark-Watzinger – ihre politische Laufbahn

Mit der Mitgliedschaft bei der FDP im Jahr 2004 wagte Bettina Stark-Watzinger erste Schritte in die politische Welt. 2011 wurde sie Kreisvorsitzende des FDP Main-Taunus-Kreises und Mitglied des Landesvorstandes der FDP Hessen. 2015 war sie zunächst Generalsekretärin der FDP in Hessen, dann stellvertretende Landesvorsitzende ihrer Partei. Nach ihrem dritten Anlauf als Abgebordnete zog Bettina Stark-Watzinger 2017 in den Deutschen Bundestag ein und gehört seitdem dem Bundesvorstand an. Von 2018 bis 2020 war sie Vorsitzende des Finanzausschusses, von 2020 bis 2021 Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag. 2021 wurde sie zur Vorsitzenden der FDP Hessen gewählt und im selben Jahr im Kabinett Scholz zur Bundesministerin für Bildung und Forschung ernannt. Stark-Watzinger ist Mitglied des Vorstandes der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sowie Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung.

Bettina Stark-Watzinger – ihre politischen Ziele

In der „Frankfurter Neuen Presse“ wurde Bettina Stark-Watzinger einmal als „Die Liberale mit der steilen Karriere“ bezeichnet. Die FDP-Politikerin wird oft als geradlinig, fachlich kompetent sowie sachlich im Stil bezeichnet. Laut Berichten der „FAZ“ und des „Tagesspiegels“ wird sie von ihren Mitarbeitern geschätzt, weil sie selbstbewusst und entschieden sei, aber auch „charmant, aber deutlich“ vermitteln könne. Bettina Stark-Watzinger setzt in vielen Bereichen auf Chancengleichheit. So sollen etwa das Startchancen-Programm und Talentschulen sozial benachteiligten Kindern den Weg zu höherer Bildung eröffnen. Einer ihrer Leitsätze lautet: „Mädchen können genauso viel wie Jungs, und Bildung kann dir niemand mehr nehmen, wenn du sie einmal erworben hast.“ Ein weiteres ihrer Ziele ist, zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts ein Daten-Institut zu schaffen, um den Datentransfer abzusichern. Nach britischem Vorbild will Bettina Stark-Watzinger zudem Experimentier-Räume schaffen, um der Forschung zu ermöglichen, neue Ideen in die Praxis umzusetzen. Bildung und Forschung seien nämlich „die bedeut­samsten Fortschrittsbeschleuniger unseres Landes.“

Bettina Stark-Watzinger – Forschung und Energiekrise

Im Sommer 2022 erreichte die aufgrund des Ukraine-Krieges verursachte europaweite Energiekrise auch das Ressort von Bettina Stark-Watzinger. Die Bundesforschungsministerin hat in einer dpa-Meldung Vorwürfe zurückgewiesen, Forschungsprojekte zu stoppen. Trotz schwieriger Haushaltslage und „unfinanzierten Versprechungen der Vorgängerregierung“ habe man dafür gesorgt, dass keine aktuell laufenden Forschungsvorhaben aus Kostengründen abgebrochen werden müssten, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. In Einzelfällen könnten Anschlussprojekte nicht oder nicht in vollem Umfang gefördert werden. „Das ist aber kein Bewilligungsstopp oder Förderstopp laufender Projekte.“ Auslöser für diese Reaktion der Forschungsministerin waren Medienberichte über offene Briefe und Beschwerden aus der Wissenschaft, wonach Stark-Watzingers Ministerium Forschungsprojekte stoppe und Förderbescheide zurückhalten würde.

Bettina Stark-Watzinger – öffentliche Kritik

Im Sommer 2021 kam öffentliche Kritik auf, weil Bettina Stark-Watzinger an einer Veranstaltung des Politikberaters Tom Rohrböck teilgenommen hatte. Die in der Berichterstattung erwähnte Reise nach Österreich war durch eine Wahlkreismitarbeiterin initiiert worden, wobei diese den Veranstalter und die Hintergründe um die Person Rohrböck verschleierte. An der Veranstaltung sollten Vertreter der Liberalen in Österreich (NEOS) und Vertreter von Fintechs teilnehmen. Diskussionsgegenstand waren Startups und Kapitalmärkte. Nachdem sich herausstellte, dass auch Funktionäre der rechtspopulistischen Parteien AfD und FPÖ anwesend waren, verließ Stark-Watzinger nach eigenen Angaben die Veranstaltung und übernahm die Kosten der Reise. Sie gab an, vor Ort ein Gespräch mit der AfD-Bundestagsabgeordneten Birgit Malsack-Winkemann geführt zu haben. Der Wahlkreismitarbeiterin, die die Teilnahme von Stark-Watzinger organisiert hatte, wurde nach Bekanntwerden ihrer Verbindungen zu Rohrböck und seinem Firmennetzwerk unverzüglich gekündigt. In einer anschließenden Erklärung distanzierte sie sich ausdrücklich von rechtem Gedankengut: „Als Person und als Vorsitzende der FDP Hessen distanziere ich mich entschieden von den in der Berichterstattung beschriebenen Netzwerken und den dort offensichtlich vertretenen rechten politischen Ansichten oder Verschwörungstheorien. Da die AfD eine antiliberale und antiparlamentarische Partei ist, kann und wird es keine Zusammenarbeit geben.“

Bettina Stark-Watzinger – ihr Privatleben

Über das Privatleben von Bettina-Stark Watzinger ist, obwohl sie Familienfotos immer wieder auf Instagram teilt, wenig bekannt. Stark-Watzinger ist mit dem aus Bayern stammenden Hermann Watzinger verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und lebt mit ihrer Familie in ihrer Heimatstadt Bad Soden am Taunus. Sie römisch-katholisch. In ihrer Freizeit liebt sie Herausforderungen. So wanderte die Familie etwa im Jahr 2019 in der Kalahari-Wüste in Namibia.

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