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Bundesentwicklungsminister Gerd Müller mit Bill Gates.

Milliardär an der TU

Gates in München: Präsidenten kommen und gehen

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München - Bill Gates und Minister Gerd Müller unterzeichneten in München eine Entwicklungshilfe-Vereinbarung. Bei einer Podiumsdiskussion sprach der Milliardär über gute Politiker und seine Stiftung.

Mehr als 10.000 Münchner hatten sich angemeldet, um Microsoft-Grüner Bill Gates bei einer Podiumsdiskussion in der TU München zu sehen – doch nur gut 1000 Gäste hatten das Glück, den Multimilliardär und Entwicklungshelfer live zu erleben. Die Studenten der TU standen vor der Frage: Was schenkt man dem reichsten Mann der Welt (geschätztes Vermögen von Gates: 75 Milliarden US-Dollar)? Ihr originelle Lösung: eine Lederhosen – und ein „offizielles Bill-Gates-Bier“, das eigens für das Mega-Event von der Uni Weihenstephan gebraut wurde.

Wie alle Diskussionen der Sicherheitskonferenz saß auch in der Großen Aula der TU Donald Trump unsichtbar mit am Tisch. Studentenvertreter Nicki Weber konfrontierte Gates mit der Frage, warum nicht er als einer der mächtigsten und berühmtesten Menschen Amerikas fürs Präsidentenamt kandidiert habe. Gates diplomatische Antwort: „Gute Politiker sind sicher sehr wichtig – aber Präsidenten kommen und gehen wieder. Vielleicht.“ Seine Gates-Stiftung für bessere Medizin und Ernährung in Afrika sei aber ein langfristiges Projekt. „Und das ist mir lieber als Vorwahlen und all der Kram“, so der Microsoft-Gründer. Zu Trumps Parole „America First“ meinte Gates: Dies müsse kein Widerspruch zur Sorge um Afrika sein – denn auch aus dieser Trump-Perspektive sei für den Westen ein stabiles Afrika wichtig: „So verhindern wir, Militär entsenden zu müssen oder dass Epidemien wie Ebola zu uns kommen.“

Gates Stiftung investiert in Firmen, die neue Impfstoffe und Medikamente gegen die Krankheiten entwickeln, an denen in Afrika so viele – vor allem Kinder – sterben: Durchfallerkrankungen, Malaria… Daneben geht es der Stiftung darum, afrikanische Bauern auszubilden und neue, ertragreichere Samen für den Ackerbau zu entwickeln.

Die Arbeit von Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) in Afrika geht in eine ähnliche Richtung – weshalb sein Ministerium und die Gates-Stiftung künftig kooperieren wollen. Müller nutzte das Plenum, um sich in die Debatte um höhere Rüstungsausgaben im nahen Bayerischen Hof einzumischen: „Mehr Panzer und mehr Militär bringen nicht mehr Frieden!“, so der CSU-Politiker unter heftigem Beifall der Studenten. Statt sich auf steigende Militärhaushalte zu fokussieren, sollte man die Ursachen der Kriege bekämpfen. So sei der Syrien-Krieg vor allem wegen einer historischen Dürre ausgebrochen. Der – von Trump geleugnete – Klimawandel sei also eine zentrale Kriegs-Ursache.

Auch U2-Sänger Bono warnte auf der Siko vor Abschottung: „Ich sehe kein Meer, das groß genug ist und auch keine Mauer die hoch genug ist“, um die Probleme Afrikas fernzuhalten. Wir berichten von der Sicherheitskonferenz 2017 im Live-Ticker.

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