+
Überlende des Flüchtlingsdramas werden auf dem Meer vor Libyen am Donnerstag von Helfern in Sicherheit gebracht.

UNO:

Bis zu 240 Tote bei Flüchtlingsdrama vor Küste Libyens?

Tripolis - Bei zwei neuerlichen Bootsunglücken vor der libyschen Küste sind möglicherweise bis zu 240 Menschen ums Leben gekommen.

Mindestens 110 Menschen seien ertrunken oder würden nach dem Kentern ihres Schlauchboot vermisst, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Donnerstag in Rom mit. Bei einem weiteren Bootsunglück könnten bis zu 130 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein, die italienische Küstenwache bestätigte dies zunächst nicht.

Etwa 140 Flüchtlinge seien auf dem Boot gewesen, das nur wenige Stunden vor dem Kentern in Libyen in See gestochen sei, sagte UNHCR-Sprecherin Carlotta Sami unter Berufung auf Überlebende. Nur 29 Insassen hätten gerettet werden können. Der norwegische Tanker "Siem Pilot" traf am Mittwoch als erstes Schiff am Unglücksort ein und zog die von ihrem stundenlangen Überlebenskampf geschwächten Flüchtlinge aus dem Wasser. Zudem barg die Besatzung zwölf Leichen.

Die italienische Küstenwache brachte die Überlebenden auf die Insel Lampedusa. Dort berichteten zwei Flüchtlinge über ein weiteres Bootsunglück vor der libyschen Küste. Ihr Schlauchboot sei kurz nach dem Start am Mittwoch gekentert, erklärten die beiden Frauen laut der UNHCR-Sprecherin Sami. Von den rund 125 Passagieren hätten nur sie überlebt. Die italienische Küstenwache erklärte hingegen, keine Informationen über ein zweites Unglück am Mittwoch zu haben.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) gab unter Berufung auf dieselben Überlebenden die Gesamtzahl der Toten bei den beiden Bootsunglücken mit etwa 240 an. Der IOM-Sprecher in Italien, Flavio di Giacomo, sagte: "Es ist bislang nicht genug getan worden, um solche Tragödien zu vermeiden."

Am Donnerstag gerieten erneut dutzende Flüchtlinge im Mittelmeer in Seenot. Die "Topaz Responder" der privaten Hilfsorganisation Moas mit Sitz in Malta kam fast 180 Menschen zur Hilfe, wie ein AFP-Fotograf an Bord des Schiffes berichtete.

Nach Angaben der UNO starben in diesem Jahr bereits mehr als 4000 Menschen bei der gefährlichen Fahrt über das Mittelmeer. 2015 gab es 3771 Tote.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Befremdlich: Das steht auf Trumps Spickzettel - und was bedeutet denn die „45“ auf seinem Ärmel?
Donald Trump hat sich am Mittwoch mit Angehörigen und Überlebenden des Parkland-Amoklaufs und anderer Massaker getroffen. Für Wirbel sorgen dabei auch ein Spickzettel - …
Befremdlich: Das steht auf Trumps Spickzettel - und was bedeutet denn die „45“ auf seinem Ärmel?
General aus Nordkorea entzweit Südkoreaner
Nach der Kim-Schwester ist jetzt Trumps Tochter Ivanka zu den Winterspielen nach Südkorea gereist. Wenn sie bei der Abschlussfeier auf der Tribüne sitzt, wird auch ein …
General aus Nordkorea entzweit Südkoreaner
EU verdoppelt Unterstützung für Sahel-Truppe
Die Sahelzone gehört zu den ärmsten und gefährlichsten Regionen der Welt. Kann eine neue afrikanische Militärtruppe die Lage verbessern? Die EU scheint daran zu glauben.
EU verdoppelt Unterstützung für Sahel-Truppe
Krankenkassen schwimmen im Geld
Für die gesetzliche Krankenversicherung war 2017 ein fettes Jahr, an dessen Ende ein Überschuss von 3,1 Milliarden Euro stand. Dies gehe aus vorläufigen Zahlen hervor, …
Krankenkassen schwimmen im Geld

Kommentare