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Die zwei Türme der Johanniskirche (L) und die vier Türme des Domes in Würzburg im Sonnenaufgang. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Bischöfe wollen Dialog mit den katholischen Laien fortführen

Viel wurde geredet. Das ist die wohl wichtigste Botschaft nach dem Abschluss des Dialogprozesses der katholischen Kirche. Von einer neuen Gesprächskultur ist die Rede. Und von einer Hoffnung.

Würzburg (dpa) - Die Bischöfe wollen auch nach dem Abschluss des fünfjährigen Gesprächsprozesses mit der kirchlichen Basis auf Augenhöhe im Dialog bleiben.

"Eine wichtige Vereinbarung, vielleicht sogar eine der wichtigsten, ist, dass wir eine solche Form des Dialoges auch weiterführen wollen", sagte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode am Samstag in Würzburg. Angestrebt werde ein etwa zweijähriger Rhythmus. Der geplante kirchliche Konvent werde vermutlich personell etwas kleiner, "aber in der gleichen Buntheit der Teilnehmer" ausfallen.

Am Samstag war der 2010 von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gestartete innerkirchliche Gesprächsprozess zu Ende gegangen. Rund 300 Delegierte, darunter zahlreiche Bischöfe, hatten bei ihren Treffen gemeinsam die drängenden Themen der Kirche besprochen. Die Gesprächsreihe sollte die katholische Kirche und ihre Gläubigen wieder enger zusammenführen und das nach dem Missbrauchskandal beschädigte Vertrauen wieder herstellen.

In dem 30-seitigen Abschlussbericht werden unter anderem die Bischöfe aufgerufen, "nicht begründete Hindernisse für die Übertragung von Leitungsfunktionen an Frauen aus dem Weg" zu räumen. Das weibliche Gesicht der Kirche müsse "stärkere Konturen" gewinnen. Gefordert wird auch eine Neuorientierung in den kirchlichen Vorgaben im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

In einer Erklärung zur Flüchtlingskrise forderten die Delegierten Gesellschaft, Politik und die eigenen Reihen zu mehr Unterstützung auf. Besonders gefragt sei derzeit Wohnraum. Die Kirche sei in diesem Bereich bereits sehr präsent. Der Münchner Bischof Reinhard Marx appellierte jedoch auch an die Kirchengemeinden: "Wir müssen auch weiter suchen. Ich sehe, dass die Zahl steigt. Der Bedarf nach Raum für viele ist sehr, sehr groß."

Am letzten Tag des Dialogprozesses lobten viele Bischöfe und Delegierte die Gesprächsatmosphäre und das Miteinander aller Strömungen und Ebenen der katholischen Kirche bei den Diskussionen. "Es ist deutlich geworden, dass es Sinn hat, sich positiv zu streiten. Dass es hilfreich ist, um den richtigen Weg zu ringen. Das ist ein Fortschritt für uns als Kirche in Deutschland", sagte dazu der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck.

Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, zeigte sich positiv überrascht. Seine Befürchtungen, dass die Treffen folgenlos blieben, seien nicht bestätigt worden. Der Gesprächsprozess habe sich in vielen Bereichen auf die Kirche ausgewirkt. Die größte Wirkung sei aber die "Qualität des Miteinanders im Diskurs", sagte Glück. "Wir haben seit 40 Jahren, seit dem Ende der Würzburger Synode, in unserer Kirche keine vergleichbare Gesprächskultur gehabt, wie sie sich jetzt wieder entwickelt hat."

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend sah das auch so, kritisierte aber gleichzeitig, dass der Prozess viele Fragen offen gelassen habe. "Es ist schade, dass belastbare Ergebnisse gar nicht erst angestrebt wurden", so der Vorsitzende Wolfgang Ehrenlechner.

Offener Brief von Wir sind Kirche an die Tagungsteilnehmer

Bischofskonferenz zum Gesprächsprozess

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