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Als besonders brisante Themen galten während der Synode der Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen und mit homosexuellen Paaren. 

Abschlussdokument am Samstag veröffentlicht

Bischofssynode in Rom lässt Kommunion für Geschiedene offen

Rom - Die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion war eines der großen Streitthemen bei der Familiensynode in Rom. Das Abschlussdokument lässt in der Frage viel Interpretationsspielraum. Es macht Hoffnung - dürfte einige Gläubige aber auch enttäuschen.

Wiederverheiratete Geschiedene können sich nach der Bischofssynode in Rom vage Hoffnungen auf eine Zulassung zur Kommunion in Einzelfällen machen.

Die Synodenväter sprachen sich in dem am Samstag veröffentlichten Abschlussdokument des dreiwöchigen Treffens für Offenheit und eine Unterscheidung der Situationen und Umstände aus. Alle 94 Paragrafen des Dokuments wurden mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedet. "Ich bin sehr glücklich, dass wir hier einen Schritt vorangekommen sind", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

"Es sind keine Türen geschlossen worden, sondern es sind Türen geöffnet worden", ergänzte er. "Es ist ein Ton der Begleitung darin. Für die gesamte Kirche ist das ein riesiger Schritt." Auf die Frage, ob das Dokument die Tür für die Zulassung Wiederverheirateter zur Kommunion öffne, sagte der Wiener Kardinal Christoph Schönborn: "Sie werden in dem Dokument keine direkte Antwort darauf finden. Das ist auch gewollt." Es sei nicht Aufgabe der Synode, einen Handzettel zur Verfügung zu stellen. "Es geht nicht um die Frage Ja oder Nein."

Viele Katholiken in Deutschland dürften enttäuscht sein

Der umstrittenste Abschnitt des gut 30 Seiten langen Dokuments zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen erhielt 178 Ja- und 80 Nein-Stimmen - die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit von 177 Stimmen wurde damit nur knapp erreicht. Bei der Vorbereitungssynode im vergangenen Jahr hatten die Teilnehmer bei den umstrittenen Themen Geschiedene und Homosexuelle keinen Konsens gefunden.

"Es war schon das Bewusstsein da: Wir stimmen dafür, dass hier eine Tür aufgemacht wird, um im Einzelfall, Dinge zu ermöglichen", sagte Abtpräses Jeremias Schröder. Im Abschlussdokument wird die Frage allerdings offen gelassen und das Wort "Kommunion" kommt nicht vor - was viele Katholiken vor allem in Deutschland enttäuschen dürfte.

Ganz im Gegensatz zur Frage wiederverheirateter Geschiedener, der das Abschlussdokument mehrere Absätze widmet, wird das Thema homosexueller Partnerschaften nur gestreift. "Es gab eine klare Entscheidung, die Frage der homosexuellen Partnerschaften als solche nicht in diesem Papier zu behandeln", erklärte Schönborn. In dem Dokument wird betont, dass homosexuelle Menschen respektiert und angenommen werden müssen. Zugleich schließt es eine Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau aus.

Drei Wochen lang wurde mit Laien und Experten diskutiert

Das Ende der Synode bedeute nicht, dass alle Fragen rund um die Familie abgeschlossen seien, sagte Papst Franziskus, der nun entscheiden muss, wie er mit den Empfehlungen umgeht. "Die Erfahrung der Synode hat uns auch besser verstehen lassen, dass die wahren Verteidiger der Lehre nicht diejenigen sind, die den Buchstaben verteidigen, sondern den Geist." Die erste Pflicht der Kirche sei es nicht, zu verurteilen, sondern die Barmherzigkeit zu verkünden.

Drei Wochen lange hatten 270 Synodenväter aus aller Welt mit Laien und Experten über heikle Fragen von Ehe und Familie diskutiert. Das Abschlussdokument wurde dem Papst übergeben, der die Synode am Sonntag mit einer Messe im Petersdom offiziell abschließen sollte.

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