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Papst Franziskus spricht zur Bischofssynode: Das Kirchenoberhaupt entscheidet, ob und wie er die Vorschläge des Abschlussdokuments in Kirchenrecht umsetzt. Foto: Giuseppe Lami

Synode: Homosexuelle kaum Thema

Mehr Offenheit in Einzelfällen, aber keine generelle Zulassung zur Kommunion: Die Familiensynode in Rom macht beim brisanten Umgang mit wiederverheirateten Geschiedene einen kleinen Schritt nach vorne. Dennoch dürfte das Abschlussdokument viele Gläubige enttäuschen.

Rom (dpa) - Wiederverheiratete Geschiedene können in der katholischen Kirche auch in Zukunft nur in Einzelfällen auf eine Zulassung zur Kommunion hoffen.

Zum Abschluss der Familiensynode in Rom sprachen sich die Bischöfe aber für mehr Offenheit der Kirche im Umgang mit Geschiedenen aus. Alle 94 Abschnitte des veröffentlichten Schlussdokuments wurden mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedet, in einigen Punkten jedoch knapp. Das heikle Thema des Umgangs mit Homosexuellen wird in dem Papier nur gestreift.

Zum Abschluss der Synode hatte Papst Franziskus den Teilnehmern für die in den drei Wochen geleistete Arbeit gedankt. "Im Verlauf dieser Synode haben die frei geäußerten verschiedenen Meinungen - nicht immer mit geeigneten Methoden - sicherlich den Dialog bereichert und angeregt", sagte er. Das Ende der Synode bedeute nicht, dass alle Fragen rund um die Familie in der Kirche abgeschlossen seien.

Der umstrittenste Abschnitt des gut 30 Seiten langen Dokuments zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen erhielt 178 Ja- und 80 Nein-Stimmen - die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit von 177 Stimmen wurde damit nur knapp erreicht. Bei der Vorbereitungssynode im vergangenen Jahr hatten die Teilnehmer bei den umstrittenen Themen Geschiedene und Homosexuelle keinen Konsens gefunden.

In dem Dokument heißt es nun, man müsse die jeweiligen Einzelfälle und Umstände beurteilen. Es sei Aufgabe der einzelnen Priester zu entscheiden. Das Wort "Kommunion", von der Wiederverheiratete bisher ausgeschlossen sind, taucht in der Textpassage aber nicht auf - was viele Katholiken vor allem in Deutschland enttäuschen dürfte. Eine größere Zustimmung gab es für die Aussage, Geschiedene müssten besser in die Kirche integriert werden und am Gemeindeleben teilnehmen.

Das brisante Thema des Umgangs mit homosexuellen Paaren wurde in dem Papier nur gestreift. Die Synodenväter bekräftigten, dass auch homosexuelle Menschen respektiert und angenommen werden müssen. Zugleich schlossen sie eine Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau kategorisch aus.

Drei Wochen lange hatten 270 Synodenväter aus aller Welt mit Laien und Experten über heikle Fragen von Ehe und Familie diskutiert. Das Abschlussdokument wurde Papst Franziskus übergeben, der nun entscheiden muss, wie er mit den Empfehlungen der Synode umgeht. Am Sonntag findet noch eine Abschlussmesse im Petersdom statt.

Der Papst sagte nach der Abstimmung: "Die Erfahrung der Synode hat uns auch besser verstehen lassen, dass die wahren Verteidiger der Lehre nicht diejenigen sind, die den Buchstaben verteidigen, sondern den Geist, nicht die Idee, sondern den Menschen, nicht die Formeln, sondern die Dankbarkeit für die Liebe Gottes und seine Vergebung." Die erste Pflicht der Kirche sei es nicht, zu verurteilen, sondern die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden.

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