+
Kardinal Karl Lehmann war 33 Jahre Mainzer Bischof und 21 Jahre Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Altersbedingter Rücktritt

Papst nimmt Bischof Lehmanns Rücktritt an - Fest zum 80. Geburtstag

Mainz - Viel Prominenz aus Kirche und Politik begleitet Kardinal Lehmann beim festlichen Abschied aus dem Dienst. Der Vatikan hat sein Rücktrittsgesuch angenommen. Die Nachfolgersuche kann dauern. 

Für die katholische Kirche in Deutschland ist eine Ära zu Ende gegangen: Einer ihrer beliebtesten Bischöfe, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, ist aus dem Dienst geschieden. Der Vatikan nahm dessen Rücktrittgesuch zu seinem 80. Geburtstag am Pfingstmontag an. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, verkündete die Entscheidung in einem feierlichen Gottesdienst im Mainzer Dom. Der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte aus Altersgründen darum gebeten, seinen Dienst für die mehr als 700 000 Katholiken des Bistums in Hessen und Rheinland-Pfalz zu beenden.

Damit ist das traditionsreiche Amt des Mainzer Bischofs vakant. Die Suche nach einem Nachfolger läuft mit einem komplexen Verfahren und könnte sich durchaus ein Jahr hinziehen.

Der volksnahe Lehmann war 33 Jahre lang Bischof, bis 2008 leitete er 21 Jahre die Bischofskonferenz. Er habe „die Herzen der Menschen erreicht und die Kirche Deutschlands nachhaltig geprägt“, sagte der heutige Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Für die evangelischen Christen sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung, Lehmann habe wie kein anderer die Ökumene in Deutschland ein halbes Jahrhundert lang vorangetrieben.

An dem Gottesdienst nahmen auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) teil. Auch die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Hessen, Malu Dreyer (SPD) und Volker Bouffier (CDU), hörten die letzte Predigt des Bischofs, in der dieser für einen „wohlwollenden Blick“ auf alle Menschen warb.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Slowakischer Ex-Minister soll Mord bestellt haben
Die slowakische Polizei hat am Montag den ehemaligen Wirtschaftsminister Pavol Rusko verhaftet. Ihm wird vorgeworfen einen Mord bestellt zu haben.
Slowakischer Ex-Minister soll Mord bestellt haben
SPD und Grüne in Niedersachsen treffen sich zu Sondierungsgesprächen
Nach der Wahl in Niedersachsen vor gut einer Woche, beginnen nun die ersten Gespräche zwischen den Parteien. Ministerpräsident Stephan Weil trifft sich zunächst mit den …
SPD und Grüne in Niedersachsen treffen sich zu Sondierungsgesprächen
Orban erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“
In einer Rede hat der ungarische Präsident Viktor Orban Ost-und Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone erklärt“. Diese Ländern seien die einzigen die Widerstand leisten …
Orban erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“
Fall Bergdahl: Militärgericht beschäftigt sich mit Trump-Kommentaren
Im Verfahren gegen den US-Soldaten Bowe Bergdahl, der 2014 in einem umstrittenen Gefangenenaustausch freigekommen war, hat sich das Militärgericht mit Äußerungen von …
Fall Bergdahl: Militärgericht beschäftigt sich mit Trump-Kommentaren

Kommentare