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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt am Freitag zu den Sondierungsgesprächen zwischen den Unionsparteien und der SPD zusammen mit dem Ministerpräsidenten von Hessen, Volker Bouffier (vl, CDU), dem Ministerpräsidenten von Bayern, Horst Seehofer (CSU), und Unions-Fraktionschef Volker Kauder in die Parlamentarische Gesellschaft in Berlin.

Sondierung über Koalition: Bitte recht freundlich

Berlin - Der Auftakt ist zumindest schon einmal geglückt. 21 Spitzenpolitiker von Union und SPD haben in einem ersten Gespräch schwarz-rote Regierungschancen ausgelotet – und es hat „nicht gerumpelt“.

Es ist 12.46 Uhr, SPD-Chef Sigmar Gabriel ist mit seiner Verhandlungsdelegation schon da. Doch die Tür ist zu. Um 13 Uhr beginnt in der Parlamentarischen Gesellschaft am Friedrich-Ebert-Platz 2 das Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer. Die sieben Sozialdemokraten sind früh dran. Gabriel muss klopfen. Aus einem großen Journalisten-Pulk schallt die Frage nach seinen Erwartungen an dieses erste Sondierungsgespräch über eine Große Koalition. „Dass das Wetter gut bleibt“, antwortet Gabriel. Inhalte werden drinnen verhandelt.

Merkel lässt nicht einmal eine Bemerkung über das Wetter los. Sie lächelt nur auf die Frage, wie die Stimmung ist. Da ist es 12.58 Uhr. Zwei riesengroße Holztüren öffnen sich für die Ankunft der Union, weil auch Finanzminister Wolfgang Schäuble erwartet wird, der mit seinem Rollstuhl nicht die Treppe zu dem kleinen Eingang hochkommt, den die SPD nahm. Schäuble wählt dann einen anderen Zugang, aber die große Öffnung ist für die Union trotzdem gut, denn sonst wäre es für sie ein bisschen eng geworden. CDU und CSU kommen nämlich mit 14 Unterhändlern – sieben für jede Partei.

15.55 Uhr: SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles tritt gut gelaunt vor die dutzenden Kameras. Sie spricht recht fröhlich von einer aufgeschlossenen Atmosphäre, konsensualen Punkten, aber auch Herausforderungen und strittigen Themen. Details seien noch nicht besprochen worden. Deswegen sei eine zweite Sondierungsrunde nötig, bevor über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entschieden werde: am 14. Oktober, wieder mit 21 Unterhändlern.

Mit den Grünen will die Union am Donnerstag ausloten, ob auch Schwarz-Grün denkbar wäre. Aber nach den Sondierungen wollen CDU/CSU nicht zweigleisig fahren. „Parallele Koalitionsverhandlungen wird es nicht geben“, betont CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Entscheiden sich Merkel und Seehofer für Verhandlungen mit der SPD, könnten die Sozialdemokraten in zwei Wochen erneut einen Konvent einberufen. Er entscheidet als höchstes Beschlussgremium zwischen Parteitagen über Koalitionsverhandlungen. Über einen Koalitionsvertrag würden die 470 000 SPD-Mitglieder entscheiden.

Was für Schwarz-Rot spricht und was für Schwarz-Grün

Was für Schwarz-Rot spricht und was für Schwarz-Grün

Nahles, Gröhe und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bemühen sich, die anscheinend gute Stimmung nicht durch unbedachte Äußerungen zu gefährden. So möchte Dobrindt nicht näher auf die apodiktische Forderung seiner Partei nach einer Pkw-Maut für Ausländer eingehen.

Man habe nicht mit den Punkten begonnen, die die Parteien im Wahlkampf besonders getrennt haben, sagt Dobrindt. Außerdem wüssten ja alle voneinander, was sie wollten. Nahles berichtet immerhin: „Seehofer war guter Dinge.“ Die SPD will ihrerseits zum Beispiel Steuererhöhungen. Hier hält sich wiederum Nahles zurück. Und warum ist dann eine zweite Sondierungsrunde überhaupt nötig? „Es ist klug, gründlich vorzugehen“, sagt Gröhe. Hat es denn gekracht in dieser ersten Sitzung? „Es hat weder gerumpelt, (...) es war auch kein Kindergeburtstag“, so Gröhe.

Kristina Dunz, Georg Ismar

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