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Björn Höcke steht vor einem Parteiausschluss.

Große Reportage über die AfD

Hitler verharmlost? Zitat in US-Zeitung setzt Höcke unter Druck

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München - Björn Höcke bangt momentan um seine Mitgliedschaft bei der AfD. Ein Zitat in einer US-Zeitung könnte ihn jetzt parteiintern noch mehr unter Druck setzen.

Wie erklärt man die AfD einem US-Amerikaner? Wofür sie steht, was sie will? Das hat nun das Wall Street Journal in einer ausführlichen Reportage versucht. In dem am 2. März erschienenen Artikel kommen AfD-Wähler und führende Parteimitglieder wie Frauke Petry und Björn Höcke sowie verschiedene Historiker zu Wort. Außerdem war der Autor bei diversen Veranstaltungen vor Ort. Unter anderem zitiert er auch die Rede von Höcke, bei der der AfD-Politiker eine 180-Grad-Wende im Umgang mit der deutschen Geschichte forderte.

Anfang Januar sprach Höcke auch von dem „Denkmal der Schande“ im Herzen Berlins und spielte damit sehr wahrscheinlich auf das Holocaust-Mahnmal an. Im Anschluss an die Rede hat Höcke anscheinend im Dresdner Ballhaus mit dem Wall-Street-Journal-Journalisten gesprochen. Das schreibt die Bild und beruft sich auf interne Informationen. Angesprochen auf den Zweiten Weltkrieg sagte Geschichtslehrer Höcke, dass der Krieg als lokaler Konflikt begonnen habe, bei dem Hitler verständlicherweise Gebiete zurückgefordert habe, die Deutschland im Ersten Weltkrieg verloren habe.

„In der Geschichte gibt es kein Schwarz und Weiß“

„Das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt. Wir wissen aber natürlich, dass es in der Geschichte kein Schwarz und Weiß gibt“, wird Höcke zitiert (Originalzitat: “The big problem is that one presents Hitler as absolutely evil,” Mr. Höcke said. “But of course we know that there is no black and no white in history”). Frauke Petry antwortete auf Nachfrage des Wall Street Journal, dass Krieg generell nur dann stattfände, wenn mehrere Parteien das wollen.

In der „Jungen Freiheit“ hatte Höcke das Zitat bestritten: „Das habe ich so nicht gesagt. Das ist nicht meine Meinung“, zitiert das Blatt den auch in seiner Partei umstrittenen Politiker auf seiner Onlineseite. Ein Sprecher des AfD-Landesverbandes in Thüringen sagte der dpa am Mittwoch, er gehe davon aus, dass Höcke damit die Wahrheit gesagt habe. 

In dem Interview hatte Höcke unter anderem gesagt: „Sogar der schlimmste Schwerverbrecher hat vielleicht irgendetwas Gutes, irgendetwas Liebenswertes, aber er ist trotzdem ein Schwerverbrecher.“ Auf die Frage, was an Hitler das Gute gewesen sei, antwortete Höcke: „Ich habe jetzt nicht gesagt, dass es etwas Gutes gibt, aber es ist ausgeschlossen - rein von der Logik her, also rein philosophisch gesehen ist es ausgeschlossen - dass ein Mensch nur dunkel ist.“

Ob diese Zitate Björn Höckes dessen bereits gestartetes Parteiausschlussverfahren beeinflusst, wird die Zukunft zeigen. Klar ist, dass das Verfahren parteiintern umstritten ist

Das „Wall Street Journal“ zitierte Höcke nun aus einer schriftlichen Stellungnahme, seine Zitate seien aus einem komplexen Zusammenhang gerissen worden. Dadurch sei ein völlig falscher Eindruck entstanden. Zum Gesamtbild der AfD für US-Amerikaner unterstreicht der Autor des Wall Street Journals auch, dass die meisten Politiker der Partei den Holocaust nicht leugnen und das nationalsozialistische Regime als Verbrecher sehen.

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