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Verdächtiger Brief an Höcke gesandt.

Gefahrgutexperten der Feuerwehr im Einsatz

Björn Höcke: Verdächtiges Paket löste Sperrung des Landtags aus - nun ist der Inhalt bekannt

Wegen einer verdächtigen Briefsendung an Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke musste der Landtag teilweise gesperrt werden.

  • Teile des Thüringer Landtags mussten gesperrt werden.
  • Eine verdächtiger Briefsendung mit einer unbekannten Substanz an Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke löste den Einsatz aus.
  • Gefahrgutexperten der Feuerwehr sowie Spezialisten des Landeskriminalamts waren im Einsatz.

Update vom 17. Januar 2020: Die in dieser Woche an den Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke verschickte verdächtige Postsendung enthielt eine Windel mit Urin. In dem Päckchen habe sich eine Kinderwindel befunden und eine geleerte Pralinenschachtel, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) am Freitag. An der Windel sei Harnstoff festgestellt worden. Das Päckchen hatte am Mittwoch im

Landtag in Erfurt einen größeren Einsatz von Rettungskräften und eine teilweise Sperrung des Gebäudes ausgelöst.

Maier betonte, solche Aktionen seien generell abzulehnen. Derartige Einschüchterungsversuche seien auch dann falsch, wenn sie jemanden wie Höcke träfen, der selbst zur „Verrohung“ im Meinungsstreit beigetragen habe. Anonyme Drohbriefe seien kein Mittel der politischen Auseinandersetzung, betonte der Innenminister. Er persönlich habe Ähnliches auch schon erlebt. Alle seien aufgerufen, verbal abzurüsten.

Den Angaben zufolge war die Sendung am Dienstag an Höckes Wohnhaus eingegangen. Ein Fahrer habe das verdächtige Päckchen dann am Mittwoch in den Landtag gebracht, wo es geöffnet worden sei, berichtete der Innenminister. „Man hätte es besser vor Ort untersucht“, sagte Maier.

Höcke ist neben dem Brandenburger AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz der bekannteste Vertreter des von ihm 2015 gegründeten rechtsnationalen „Flügels“. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft den „Flügel“, der keine formale Mitgliedschaft kennt, als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus ein. Höcke hatte die Sorge einiger Parteikollegen vor einer geheimdienstlichen Beobachtung später als „politische Bettnässerei“ bezeichnet.

Verdächtiger Brief für Höcke: Gefahrgutexperten der Feuerwehr im Einsatz - Landtag teilweise gesperrt

Erstmeldung vom 15. Januar 2020: Erfurt - Eine verdächtige Briefsendung an Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat am Mittwoch, dem 15. Januar, zu einem größeren Polizei- und Feuerwehreinsatz im Erfurter Landtag geführt. Nach Polizeiangaben enthielt sie eine unbekannte Substanz, bei der es sich nach ersten Analysen aber nicht um Sprengstoff handelte. Auch radioaktiv war sie nicht. Weitere Untersuchungen des Stoffs liefen.

Demnach war die Sendung an Höckes Privatadresse geschickt worden, wurde allerdings in der Poststelle des Landtags bearbeitet und geöffnet. Dabei entdeckten Mitarbeiter die Substanz und alarmierten Polizei und Feuerwehr. Teile des Landtags wurden gesperrt, das Gebäude aber nicht geräumt.

Im Einsatz waren Gefahrgutexperten der Feuerwehr sowie Spezialisten des Landeskriminalamts. Die abschließenden Untersuchungen der unbekannten Substanz erfolgen nach Angaben der Polizei in den Laboren des Landeskriminalamts sowie des thüringischen Landesamts für Verbraucherschutz.

Linken-Politikerin verurteilt „jede Art von Bedrohung“

Laut Landtagsverwaltung können die Analysen bis zu einer Woche dauern. Landtagspräsidentin Birgit Keller (Linke) verurteilte "jede Art von Bedrohung". Das gelte "ganz gleich gegen wen", erklärte sie in Erfurt. Auch Mittwoch kam es offenbar zu einem Anschlag auf das Bürgerbüro eines SPD-Bundestagsabgeordneten. Die Rede ist von Schüssen, die auf das Gebäude abgegeben wurden.

Björn Höcke privat: So tickt der AfD-Politiker privat

AFP

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