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Black Lives Matter: Geschichte der wachsenden Bewegung in den USA

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Von: Maren Klump

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Die Bewegung „Black Lives Matter“ hat in den USA zusammengefunden, um auf Rassismus und Gewalt gegen Afroamerikaner und People of Color aufmerksam machen.

Black Lives Matter ist eine soziale Bewegung, die im Jahr 2013 entstand und sich gegen rassistische Gewalt durch die Polizei in den USA richtet. Mit dem Hashtag #BlackLivesMatter erlangte sie große Aufmerksamkeit, denn nach dem Todesfall des afroamerikanischen Teenagers Trayvon Martin und dem Freispruch von George Zimmerman waren die Menschen schockiert und es kam zu Unruhen und Demonstrationen im ganzen Land. 

I can‘t breathe“: Im Jahr 2020 wurde in den USA erneut ein Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz vor laufender Kamera getötet - die Bilder der letzten Minuten von George Floyd gingen um die Welt und sorgten für Fassungslosigkeit. Welche Bedeutung die Bewegung Black Lives Matter hat, haben wir hier zusammengefasst.

Black Lives Matter: Gründung und Philosophie

Die Bewegung mit dem Hashtag #BlackLivesMatter wurde durch drei Aktivisten der schwarzen Gemeinschaft im Sommer 2013 mitbegründet: Alicia Garza, Patrisse Cullors und Opal Tometi handelten nach George Zimmermans Freispruch für die Tötung von Trayvon Martin. Die Philosophie von Black Lives Matter („Schwarze Leben zählen") wendet sich gegen Rassismus, Polizeigewalt und Diskriminierung von Afroamerikanern in den USA.

Nach dem Tod von George Floyd im Jahr 2020 wurde die Black Lives Matter Bewegung lauter und größer als je zuvor. Millionen Menschen haben in den USA demonstriert. Mehrere tausend sind auch in Berlin auf die Straße gegangen, um aus der Ferne ihre Solidarität zu zeigen. Die Internetseite Black Lives Matter Berlin informiert über Protestmärsche in Berlin. Sie unterstützen ebenso den Kampf gegen Rassismus.

„Black Lives Matter“ gedenkt in Minneapolis (USA) dem Tod von George Floyd.
„Black Lives Matter“ gedenkt in Minneapolis (USA) dem Tod von George Floyd. © dpa / Jeff Baenen

Black Lives Matter: Proteste und Demonstrationen

Immer mehr Sympathisanten der Bewegung Black Lives Matter demonstrierten gegen die Todesfälle mehrerer Afroamerikaner durch Polizeiaktionen. Bei den Demonstrationen wurden immer wieder laut Slogans gerufen, die widerspiegeln, was die Opfer erleiden mussten. Parolen wie: „Hands up don‘t shoot.“ („Hände hoch, nicht schießen“) verweisen auf den Todesfall von Michael Brown 2014 in Ferguson. Der 18-Jährige wurde von einem Polizisten mit 12 Schüssen erschossen. Oder auch: „I can‘t breathe“ („ich kann nicht atmen“). Des Satz nimmt Bezug auf den Todesfall von George Floyd, erinnert aber auch an den Afroamerikaner Eric Garner, der 2014 in New York starb, nachdem ihn ein Polizist nach der Festnahme in den Würgegriff nahm.

Black Lives Matter im Internet und Social Media

Black Lives Matter nutzt das Internet, vor allem die sozialen Medien, um öffentlich zu machen, wo mögliche gesellschaftliche Missstände zu sehen sind. Ihrem Anliegen kann die Bewebung so auf direktem Weg Gehör verschaffen. Mit dem Hashtag #BlackLivesMatter, der schon im Juli 2013 erfunden wurde, erreichen die Aktivistinnen und -Aktivisten auf Instagram sehr viel Menschen und können sie damit direkt in ihre Aktionen mit einbeziehen. Die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien ist groß, wenn es darum geht, etwas wichtiges zu unterstützen. Damit haben die Aktivisten ein großes Sprachrohr und Forum des Austauschs gefunden. Manchmal müssen sich die User auch direkt mit dem vorliegenden Problem beschäftigen. So sind BLM auch bekannt dafür, Stärke durch Proteste zu erreichen. Dafür führen sie Kundgebungen und Demonstrationen durch.

Auch Superstars wie Beyoncé und Rihanna äußerten sich auf Instagram zum Tod von George Floyd. „Wir können diesen Schmerz nicht normalisieren“, sagt Beyoncé Knowles-Carter in einer Videobotschaft. 

Und Sängerin Rihanna schreibt: „In den vergangenen Tagen war das Ausmaß an Verwüstung, Wut und Trauer, die ich gefühlt habe, gelinde gesagt überwältigend! Zuzusehen, wie mein Volk Tag für Tag ermordet und gelyncht wird, hat mich im Herzen schwer getroffen!“

Black Lives Matter: Erste Erfolge nach Straßenprotesten und Social Media 

Landesweite Aufmerksamkeit erlangte #BlackLivesMatter in den USA nachdem zwei Afroamerikaner, Michael Brown und Eric Garner, von Polizisten getötet wurden. Der Hashtag #BlackLivesMatter gab den Menschen Zusammenhalt, als sie im Anschluss an diese und weitere Tode wochenlang für Gleichberechtigung auf die Straße gingen.

Aus den sozialen Netzwerken wanderte der Hashtag auch auf die Plakate der Demonstranten. Aus einem Aufschrei wurde eine organisierte Bewegung mit groß angelegten Protesten. Erste Erfolge gab es schnell. Das Land debattierte ernsthaft über Polizeigewalt und Rassismus. Im Jahr 2014 wurde der Hashtag #BlackLivesMatter von der American Dialect Society zum Wort des Jahres gekürt. Das Netzwerk der Bewegung breitete sich im ganzen Land weiter aus und ihr Kampf gegen Rassismus hatte spürbare Konsequenzen: Polizeichefs wurden entlassen, der Präsident der Universität Missouri musste zurücktreten und die Präsidentschaftskandidaten mussten sich zu Black Lives Matter positionieren.

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