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BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann möchte in einem Modellversuch den Unterricht ab 9 Uhr testen.

Erste Schulstunde später?

BLLV-Initiative: Unterricht erst ab 9 Uhr

München -  Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband überlegt in einem Versuch, die erste Schulstunde nach hinten zu verlegen. Das birgt aber auch Probleme für einige Eltern.

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, will einen späteren Schulbeginn per Modellversuch erproben. „Wir haben durch die Ganztagsschule eh eine veränderte Zeitstruktur“, sagte Fleischmann auf Antenne Bayern am Dienstag. Daher sei es durchaus vorstellbar, in einem Pilotprojekt erst um neun Uhr zu beginnen.

Sie verwies auf Studien, nach denen ein späterer Schulbeginn vor allem für Jugendliche wegen deren Biorhythmus günstiger wäre. „Ich glaube, dass man gut daran täte, das kritisch zu reflektieren und vielleicht je nach Region, je nach Schulart und je nach Altersgruppe an einzelnen Standorten andere Beginn- und Schlusszeiten zu diskutieren“, sagte Fleischmann dem Hörfunksender.

Entschleunigung am Morgen

Ein Modellversuch dürfe allerdings nicht von oben verordnet sein und müsse anschließend überprüft werden. Außerdem müssten die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden, etwa durch Frühbetreuung für Kinder berufstätiger Eltern. „Vielleicht kann sich ja im Rahmen von Ganztagsgrundschulen ein interessantes Modell ergeben: Von 7.00 bis 9.00 Uhr ist eine Ankommensphase, von 9.00 bis 15.00 Uhr eine rhythmisierte Arbeitsphase und anschließend eine Nachbetreuung, die stark in Richtung erlebnispädagogische Elemente geht - so könnte man Ganztagsschule neu denken“, sagte Fleischmann.

Politiker und Wissenschaftler hatten sich am Montag für einen späteren Unterrichtsbeginn ausgesprochen. Viele Familien wünschten sich die Entschleunigung am Morgen, sagte Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

dpa

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