Verstört, aber am Leben: Eine junge Frau wird aus der Universität von Garissa befreit. Foto: Dai Kurokawa
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Verstört, aber am Leben: Eine junge Frau wird aus der Universität von Garissa befreit. Foto: Dai Kurokawa
Zeugen berichteten, die Täter hätten unächst die Moschee der Universität attackiert und das Feuer auf die Anwesenden eröffnet. Foto: Daniel Irungu
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Zeugen berichteten, die Täter hätten unächst die Moschee der Universität attackiert und das Feuer auf die Anwesenden eröffnet. Foto: Daniel Irungu
Erst viele Stunden später gelang es Sicherheitskräften, das Drama zu beenden. Foto: Dai Kurokawa
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Erst viele Stunden später gelang es Sicherheitskräften, das Drama zu beenden. Foto: Dai Kurokawa
Mindestens 79 Menschen wurden verletzt. Foto: Dai Kurokawa
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Mindestens 79 Menschen wurden verletzt. Foto: Dai Kurokawa
587 Studenten konnten gerettet werden. Foto: Dai Kurokawa
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587 Studenten konnten gerettet werden. Foto: Dai Kurokawa
Stundenlang versuchte das Militär, die Geiseln aus dem Wohnheim zu befreien. Foto: Dai Kurokawa
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Stundenlang versuchte das Militär, die Geiseln aus dem Wohnheim zu befreien. Foto: Dai Kurokawa

Terror-Akt

Blutigster Islamisten-Angriff in Kenia fordert fast 150 Opfer

Washington/Nairobi - Eine neue Bluttat islamischer Terroristen versetzt Kenia in einen Schockzustand. Die Islamistenmiliz Al-Shabaab aus dem Nachbarland Somalia stürmt eine Universität. Die schreckliche Bilanz nach einer stundenlangen Belagerung: fast 150 Tote.

Die USA und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon haben den Angriff schwer bewaffneter Islamisten auf eine Universität im Südosten Kenias mit fast 150 Toten scharf verurteilt.

Den Angehörigen der Opfer sprach Ban sein Beileid aus. Außerdem forderte er, dass die Verantwortlichen für die Attacke zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

US-Außenminister John Kerry erklärte, die USA stünden hinter der Regierung und dem kenianischen Volk in ihren Bemühungen, die Geißel des Terrorismus auszulöschen. Alle Länder und alle Teile der Gesellschaft müssten beim Kampf gegen den gewalttätigen Extremismus zusammenstehen.

Beim blutigsten Angriff somalischer Islamisten auf kenianischem Boden starben am Donnerstag 147 überwiegend junge Menschen. Schwer bewaffnete Männer stürmten am frühen Morgen eine Universität in der Stadt Garissa im Südosten des Landes und richteten ein Blutbad unter den Studenten an. Anschließend verschanzten sie sich mit zahlreichen Geiseln in einem Wohnheim auf dem Campus. Erst viele Stunden später gelang es Sicherheitskräften, das Drama zu beenden.

Unter den Opfern sind nach Angaben des Innenministeriums in Nairobi auch die vier Täter. Mindestens 79 Menschen wurden verletzt, 587 Studenten konnten gerettet werden.

Zu der Tat bekannte sich die Islamistenmiliz Al-Shabaab aus dem Nachbarland Somalia. Ein ranghoher Sprecher der Gruppe sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um "eine heilige Operation" gehandelt. Weitere Details wollte der Mann, der sich in der Region Lower Juba im Süden Somalias aufhält und anonym bleiben wollte, nicht nennen. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht.

Als Drahtzieher der Attacke gilt ein in Kenia geborener Islamist, der im vergangenen Jahr bereits an den Anschlägen auf Zivilisten im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias beteiligt gewesen sein soll. Dabei waren 60 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach Mohamed Kuno ein, der als einer der Top-Kommandeure der Al-Shabaab gilt. Garissa hat etwa 120 000 Einwohner und liegt rund 330 Kilometer östlich der Hauptstadt Nairobi unweit der Grenze zu Somalia.

Die Al-Shabaab verübt seit Jahren immer wieder Anschläge in Kenia, weil das Land mit Truppen gegen die Extremisten im Einsatz ist. Im März musste die Gruppe aber zahlreiche Rückschläge einstecken.

In Garissa hatten die Islamisten schon mehrmals Anschläge verübt. Erst im Dezember hatten Unbekannte eine Granate in ein Café geworfen und zwei Menschen verletzt. Im April 2013 attackierten vier Männer ein Hotel in der Stadt und töteten sechs Menschen. Auch in Nairobi schlugen Terroristen bereits zu. Bei einem Angriff auf das Einkaufszentrum Westgate in der kenianischen Hauptstadt waren im September 2013 mindestens 67 Menschen ums Leben gekommen.

dpa

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