+
Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler.

Medienberichte

BND-Chef Schindler soll vorzeitig seinen Posten räumen

Berlin - Das Spionieren für den US-Geheimdienst NSA brachte Gerhard Schindler schon vor einem Jahr in die Schusslinie - jetzt muss der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) wohl seinen Hut nehmen.

Schindler soll frühzeitig durch den Verwaltungsbeamten Bruno Kahl ersetzt werden, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Dienstagabend unter Berufung auf Berliner Regierungskreise. Eine Sprecherin der Bundesregierung wollte die Meldung auf AFP-Nachfrage weder bestätigen noch dementieren, sie verwies auf die am Mittwoch anstehende Regierungspressekonferenz.

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) lud Journalisten kurzfristig für Mittwoch zu einem Hintergrundgespräch über die Zukunft der Geheimdienste ein. Den drei Medien zufolge forcierte das Kanzleramt Schindlers Ablösung - aus verschiedenen Gründen. So soll es Mängel bei Kontrolle und Aufsicht gegeben haben. Überdies muss noch der Umzug eines Großteils des Dienstes in die Hauptstadt abgewickelt werden. Den Umbau der Behörde sei Schindler, der noch zweieinhalb Jahre im Dienst gehabt hätte, "nicht mehr zugetraut" worden, schreibt die "SZ".

Gleichwohl komme die Veränderung an der BND-Spitze überraschend. Schindler leitet seit 2012 den mächtigen deutschen Auslandsnachrichtendienst. Er war zwar vor einem Jahr in Bedrängnis geraten, nachdem herausgekommen war, dass sein Dienst Suchbegriffe des US-Geheimdienstes NSA einsetzte, mit denen europäische Verbündete ausspioniert wurden. In letzter Zeit schien er dafür aber nicht mehr unter Beschuss zu stehen.

Als mutmaßlichen Nachfolger nennen die Medien Bruno Kahl, der derzeit im Bundesfinanzministerium die Abteilung VIII für Privatisierungen, Beteiligungen und Bundesimmobilien leitet. Er gilt als enger Vertrauter von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der sich in den vergangenen Monaten bei Fragen der nationalen Sicherheit häufig zu Wort gemeldet hat.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Abdeslam wegen Schießerei zu 20 Jahren Haft verurteilt
Salah Abdeslam soll an den islamistischen Anschlägen sowohl in Paris als auch in Brüssel beteiligt gewesen sein. Nun ist das erste Urteil gegen ihn gefällt worden. Ein …
Abdeslam wegen Schießerei zu 20 Jahren Haft verurteilt
Armeniens Ministerpräsident Sargsjan tritt zurück
Das kleine Armenien ist in einer schwierigen Lage. Deshalb hielt sich der starke Mann Sersch Sargsjan lange für unentbehrlich - zu lange. Denn die Bürger des Landes …
Armeniens Ministerpräsident Sargsjan tritt zurück
„Brexit ergibt keinen Sinn“ - Klopp überrascht mit ungewöhnlichem Vorschlag
Jürgen Klopp warnt vor den negativen Folgen eines EU-Austritts von Großbritannien. Außerdem hat er einen besonderen Vorschlag zu diesem brisanten Thema.
„Brexit ergibt keinen Sinn“ - Klopp überrascht mit ungewöhnlichem Vorschlag
Merkel vor Trump-Treffen: Das ist elementare Voraussetzung für Frieden
In wenigen Tagen treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump. Im Vorfeld hat Angela Merkel nun einige Bemerkungen bezüglich internationaler …
Merkel vor Trump-Treffen: Das ist elementare Voraussetzung für Frieden

Kommentare