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Deutschlands geheimste Baustelle: Die BND-Zentrale in Berlin wird langsam fertig.

Jetzt geht's nach Berlin

BND: Der große Umzug der Agenten startet

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Berlin/Pullach – Der Umzug in die neue Geheimdienst-Zentrale beginnt. Am Montag beziehen die ersten 170 Agenten den Berliner Neubau. Nach dem verlorenen Kampf um Pullach müssen Bayerns Politiker frustriert zuschauen.

Vor anderthalb Jahren hatte Chef-Agent Gerhard Schindler eine Idee, die seinen Bedenkenträgern den Schweiß auf die Stirn trieb. Wenn schon alle über die hochgeheime BND-Baustelle in Berlin rätseln und über die Kosten schimpfen, sperren wir doch einfach mal die Türe auf. Schindler lud ein paar Journalisten zum Rundgang durch die hermetisch abgeriegelte künftige Zentrale des Nachrichtendienstes. Der spektakuläre Hausbesuch räumte mit einigen Klischees auf über Geheimgänge und goldene Klinken. Schindlers List funktionierte: Um die Baustelle wurde es seither merklich stiller.

In ein paar Tagen wird es trotzdem mit der Ruhe vorbei sein. Am Montag ziehen die ersten 170 Mitarbeiter in die Chausseestraße. Schindler wird sie dort erwarten, Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) soll ein paar Sätze sagen. Warme Worte, wie wichtig der Politik in diesen turbulenten Zeiten der BND sei. Dass hier 4000 Arbeitsplätze in 3300 modernen Büros entstehen, mitsamt Bibliotheken, Labors, Agentenschule, abhörsicher. „Der BND gehört als Dienstleister für die politischen Entscheidungsträger in deren unmittelbare Nähe“, sagt der um Transparenz bemühte Schindler.

Launigere Geschichten gäbe es durchaus zu erzählen. Für Heiterkeit im Land sorgte 2011, dass geheime Baupläne auf der geheimsten Baustelle der Republik verschwanden. Auch wenn darauf nur Klos und Mülltonnen verzeichnet waren. Weniger spaßig: Pfusch am sechs Jahre dauernden Bau verteuerte die BND-Zentrale immer weiter, 1,4 Milliarden Euro sind der letzte bekannte Stand. Unter anderem mussten Teile der Lüftung aufwändig demontiert werden. Laut „Berliner Morgenpost“ werden die Agenten jetzt im Sommer schwitzen – es gibt keine Klimaanlage, nur Fenster.

In Bayern wird so etwas mit Häme verfolgt. Grundlage für den Neubau in Berlin-Mitte ist der Teil-Abzug des BND aus Pullach südlich von München. Dort bleiben nur 1000 Arbeitsplätze zurück, vor allem für altgediente Mitarbeiter ist der Umzug nach Berlin ein Gräuel. „Völlig überflüssig“, schimpft der CSU-Verteidigungspolitiker Florian Hahn. „Viel zu teuer, die Vorteile sind fraglich. Der Bund hätte sich viel Geld sparen können, wenn er den BND in Pullach gehalten hätte.“ Die damals rot-grüne Bundesregierung habe sich bewusst gegen Bayern entschieden.

Inzwischen ist der Umzug irreversibel. Die CSU dringt nur noch auf den Erhalt der versprochenen 1000 Pullacher Posten vor allem in der technischen Aufklärung. Und lästert über den Neubau. „Das Ding ist noch nicht fertig“, orakelt Hahn: „Das eine oder andere Milliönchen wird noch folgen.“

Christian Deutschländer

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