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Iran schmiedete wohl Attentat-Plan gegen Ex-Trump-Berater Bolton - Teheran weist Anschuldigungen von sich

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Von: Linus Prien

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Ehemaliger Trump-Berater John Bolton
Ehemaliger Trump-Berater John Bolton. (Archiv-Bild) © IMAGO/Michael Brochstein

Ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarde hat angeblich ein Attentat auf den ehemaligen Trump-Berater John Bolton geplant. Der Iran weist die Anschuldigungen von sich.

Washington, DC - Wegen eines Mordkomplotts gegen den ehemaligen Sicherheitsberater des früheren US-Präsidenten Donald Trump, John Bolton, ist in den USA ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarde angeklagt worden. Dem 45 Jahre alten Mann aus Teheran, Shahram Poursafi, wird vorgeworfen, einen Mord in Auftrag gegeben und als Lohn 300.000 US-Dollar (etwa 291.000 Euro) in Aussicht gestellt zu haben, wie das Justizministerium am Mittwoch (10. August) in Washington mitteilte. Er befindet sich nach Angaben des Ministeriums im Ausland auf freiem Fuß. Der genaue Aufenthaltsort sei nicht bekannt.

Bolton-Attentat: Nicht der erste iranische Racheplan „auf amerikanischem Boden“

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei dem Plan um eine Vergeltungsmaßnahme für einen Anschlag im Januar 2020 handeln sollte, bei dem der iranische General Ghassem Soleimani in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet wurde. Seither schwört Teheran, sich rächen zu wollen und droht regelmäßig den USA, aber auch Israel. Über einen Anschlag auf den heute 73 Jahre alten Bolton ist nichts bekannt. Der renommierte Diplomat war in den Jahren 2018 und 2019 Sicherheitsberater im Weißen Haus, trat dann aber im Streit mit Trump zurück.

„Es ist nicht das erste Mal, dass wir iranische Rachepläne gegen Menschen auf amerikanischem Boden aufgedeckt haben, und wir werden unermüdlich daran arbeiten, jeden einzelnen dieser Versuche aufzudecken und zu vereiteln“, sagte Vize-Generalstaatsanwalt Matthew Olsen. Laut dem US-Sender Fox News gab es bereits auch Drohungen gegen den ehemaligen Außenminister Mike Pompeo sowie den Iran-Koordinator im US-Außenministerium, Brian Hook.

Sollte Poursafi nun gefasst und verurteilt werden, drohen ihm bis zu 10 Jahre Haft für die Planungen und weitere 15 Jahre für die in Aussicht gestellte Bezahlung. Bolton selbst äußerte sich ebenfalls zu dem aufgedeckten Plan des Iran. Es handle sich um ein „Fenster“, aus dem man sehen könne, wie die Regierung in Teheran arbeite, sagte er im US-Sender CNN. Es zeige nicht nur, wie der Iran mit seinen terroristischen Aktivitäten umgehe und Terrorgruppen unterstütze, sondern liefere auch Einblicke in die Art der iranischen Außenpolitik. „Das ist ein Regime, das die USA als Feind sieht und sich auch so verhält“, betonte Bolton.

Bolton-Attentat: Iran weist Anschuldigungen von sich

Der Iran hat die Vorwürfe der USA bezüglich eines Mordkomplotts gegen den ehemaligen Sicherheitsberater des früheren US-Präsidenten Donald Trump, John Bolton, jedoch zurückgewiesen. „Das sind grundlose und lächerliche Unterstellungen seitens der USA, um von ihren eigenen Verbrechen abzulenken“, sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani am Freitag. Die Anklage des amerikanischen Justizministeriums sei auch deshalb absurd, weil es sich bei Bolton um einen „wertlosen und insolventen“ Politiker handele, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur Isna. (lp/dpa)

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