Migranten aus verschiedenen afrikanischen Nationen warten in einem überfüllten Boot 122 Meilen vor der libyschen Küste im Mittelmeer auf Helfer der spanischen NGO Open Arms.
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Immer mehr Menschen wagen die gefährliche Überfahrt nach Europa.

Seeuntaugliche Provisorien

Zwei Flüchtlingsboote sinken: Dutzende Tote im Mittelmeer

  • vonDana Popp
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Vor der Küste Tunesiens sind bei einem Bootsunglück mindestens 39 Migranten gestorben, davon vier Kinder. 165 weitere Menschen konnten gerettet werden.

Sfax- Zwei Boote sind im Mittelmeer vor der Küste Tunesiens untergegangen. Dabei ertranken 39 Menschen, davon neun Frauen und vier Kinder. Laut dem tunesischen Verteidigungsministerium konnten weitere 165 Personen gerettet werden. Das Boot soll sich in der Nacht zum Dienstag auf dem Weg Richtung Europa gemacht haben, so die Überlebenden. Die Menschen sollen aus verschiedenen afrikanischen Ländern stammen. Die tunesische Küstenwache fand sie in provisorischen Booten vor der Stadt Sfax im Osten des Landes. Es wird weiterhin nach Überlebenden oder Opfern gesucht, erklärte der Sprecher der tunesischen Nationalgarde, am Dienstagabend.

Migration übers Mittelmeer: Weiteres Bootsunglück vor der Küste der Kanaren

Nach Angaben der spanischen Behörden gab es ein weiteres Bootsunglück vor der Küste der Kanaren. Dutzende Menschen sollen in einem seeuntauglichen Boot von der Küstenwache aufgegriffen wurden sein. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurde auch eine Leiche gefunden. Noch weitere vier Menschen sollen, nach Angaben von Überlebenden, bei der Überfahrt ums Leben gekommen sein. Insgesamt 47 Migranten wurden auf die Insel Gran Canaria gebracht und zwei Menschen mussten wegen leichter Verletzungen behandelt werden, so die Sprecherin der Rettungskräfte. Am vergangenen Wochenende wurden bereits 107 Menschen vor der Küste der Kanaren von der Küstenwache aus Seenot gerettet*.

Die Überfahrt von der afrikanischen Küste nach Europa ist sehr gefährlich. Trotzdem steigt die Zahl der Menschen, die diese wagen, immer mehr an. Auf den Kanaren wurden 23.023 Ankünfte von Bootsflüchtlingen registriert, dies sind achtmal so viele wie im vorherigen Jahr. Laut der Organisation Caminando Fronteras starben im vergangenen Jahr 1851 Menschen bei der Überfahrt. Nach UN-Angaben starten die meisten Boote in Libyen oder Tunesien. Zwischen dem 1. Januar und dem 21. Februar dieses Jahres sollen 3800 Menschen über den illegalen Seeweg nach Italien* gekommen sein. Laut dem Bundesverteidigungsministerium* fliehen die meisten Menschen aus Afrika vor Armut, Terror oder Bürgerkriegen. (Dana Popp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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