+
Zurück im Wahlkampfmodus. Der britische Außenminister Boris Johnson plant, Brüssel die Kosten für den Brexit zu überlassen. Foto: Rick Findler

Streit um Vermögenswerte

Boris Johnson: Brüssel soll Rechnung für EU-Austritt zahlen

London (dpa) - Der britische Außenminister Boris Johnson hat den Streit um die Rechnung für den EU-Austritt seine Landes weiter angeheizt. Brüssel könnte dazu gezwungen werden, die Kosten für den Brexit zu übernehmen, sagte Johnson dem "Daily Telegraph". Die Europäische Union wolle sein Land ausbluten.

"Es gibt Vermögenswerte, die uns gemeinsam gehören und für die wir jahrelang bezahlt haben", sagte Johnson. Dies müsse gegengerechnet werden. "Wir können einfach gehen (ohne zu zahlen)", sagte er. "Kein Deal ist besser als ein schlechter Deal." Brüssel will Vermögenswerte wie EU-Gebäude bei den Scheidungskosten nicht verrechnen. Die Begründung: Sie gehören der EU als Rechtsperson, die bestehen bleibt.

"EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker denkt, dass es das Hotel California ist, wo man auschecken kann, aber man kann niemals gehen. Er hat unrecht", sagte Johnson in Anspielung auf einen Eagles-Song.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte erst kürzlich im Brexit-Streit zur Mäßigung aufgerufen. "Diese Verhandlungen sind so schon schwierig genug", sagte Tusk. "Wenn wir anfangen zu streiten, bevor sie überhaupt angefangen haben, dann werden sie unmöglich." Anlass war unter anderem ein Bericht der "Financial Times", wonach die EU Großbritannien mehr als 100 Milliarden Euro in Rechnung stellen könnte - eine Zahl, die von der EU allerdings nicht bestätigt wurde.

Die Brexit-Verhandlungen beginnen nach der britischen Parlamentswahl (8. Juni). Johnson warnte im "Daily Telegraph" vor einer Einflussnahme Russlands bei der vorgezogenen Wahl. Falls die Labour-Partei gewinne, würde der russische Präsident Wladimir Putin "jubeln". Die regierenden Konservativen liegen in Umfragen weit vorn.

Redextext Tusk - Englisch

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ein Novum? ARD-Journalist fordert offen Angela Merkels Rücktritt
Im Asyl-Streit kämpft Angela Merkel auch um ihre politische Karriere. Ein Journalist der ARD hat nun eindeutig Stellung bezogen - mit einem bemerkenswerten Argument.
Ein Novum? ARD-Journalist fordert offen Angela Merkels Rücktritt
Ex-Leibwächter von Bin Laden soll abgeschoben werden
Bochum (dpa) - Der in Bochum lebende frühere Leibwächter des getöteten Terrorchefs Osama bin Laden ist festgenommen worden und soll abgeschoben werden. In einem Bescheid …
Ex-Leibwächter von Bin Laden soll abgeschoben werden
Jetzt doch - Ex-Leibwächter Bin Ladens soll abgeschoben werden
Der seit 2005 in Bochum lebende frühere Leibwächter des getöteten Terrorchefs Osama bin Laden ist festgenommen und soll abgeschoben werden. 
Jetzt doch - Ex-Leibwächter Bin Ladens soll abgeschoben werden
Abgeordnete: Lage an Bord der "Lifeline" spitzt sich zu
Immer häufiger wird Rettungsschiffen mit Flüchtlingen an Bord die Einfahrt in Häfen der EU verwehrt. Nun ist ein Schiff mit deutscher Besatzung betroffen.
Abgeordnete: Lage an Bord der "Lifeline" spitzt sich zu

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.