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Boris Johnson sorgt für den nächsten Eklat.

Wirbel um möglichen May-Nachfolger

Eklat: Boris Johnson beschimpfte Franzosen wegen Brexit-Haltung als "scheiße"

Boris Johnson beschimpfte die Franzosen wegen ihrer harten Haltung beim Brexits als „Scheiße“. Das zeigen nicht veröffentlichte Aufnahmen aus einer Doku.

Update vom 19. Juni 2019: Der britische Ex-Außenminister Boris Johnson hat nach einem Zeitungsbericht die Franzosen wegen ihrer harten Haltung im Brexit-Streit als "scheiße" beschimpft. Das Filmmaterial mit der Aussage des Favoriten für das Amt des Premierministers sollte eigentlich in einer Dokumentation des britischen Senders BBC gesendet werden, sei dann aber auf Bitten des britischen Außenministeriums wieder herausgeschnitten worden, berichtete die Zeitung "Daily Mail" am Freitag.

Die Aufnahme stammten demnach aus der Zeit des Brexit-Hardliners im britischen Außenministerium. Das Ministerium habe sich an die BBC gewandt und unter Verweis auf die möglichen Folgen für die britisch-französischen Beziehungen darum geben, das Material nicht zu senden, berichtete das Blatt. Die BBC erklärte, das Produktionsteam der Anfang des Jahres ausgestrahlten Dokumentation "Inside the Foreign Office" ("Hinter den Türen des Außenministeriums") habe "entschieden", was es senden wolle, und sei mit dem Resultat "zufrieden".

Johnson äußerte sich zu dem Bericht während einer Wahlkampfveranstaltung im Südwesten Englands am Freitag. Dort sagte der Ex-Außenminister, er habe "keine Erinnerung" an eine derartige Äußerung.

Nach Polizeieinsatz verweigert Boris Johnson Erklärung - sein Gegner provoziert: „Sei kein Feigling!“ 

Update 25. Juni 2019: Nach dem Polizeieinsatz wegen eines heftigen nächtlichen Streits mit seiner Partnerin, gerät Boris Johnson weiter in die Kritik. Sein innerparteilicher Gegner um den Parteivorsitz und die Nachfolge als Premierminister, Jeremy Hunt, fordert nun eine Klarstellung. Der Außenminister solle sagen, was da zwischen seiner Partnerin und ihm vorgefallen sei. „Sei kein Feigling, Boris, sei ein Mann und zeige der Nation, dass Du mit der intensiven Prüfung umgehen kannst, die mit dem schwierigsten Job im Land einhergeht“, forderte Hunt am Montag in der „Times“.

Johnson will nicht an einer TV-Debatte im Sender Sky News teilnehmen, die für den Dienstag geplant ist. Er sei jedoch nicht daran interessiert, das Privatleben seines Parteifreundes zu thematisieren, so Hunt. Vielmehr wolle er mit ihm öffentlich über politsche Themen sprechen. 

Über den häuslichen Streit ist bislang nur bekannt, dass Nachbarn die Polizei alarmierten. Es sollen auch Schreie aus der Wohnung des Paares zu hören gewesen sein.

Boris Johnson: Polizeieinsatz nach Streit mit Freundin - er verweigert Erklärung

18.34 Uhr: Nach einem lautstarken Streit zwischen Boris Johnson und seiner Lebensgefährtin wächst der Druck auf den britischen Ex-Außenminister. Hochrangige Tory-Mitglieder kritisierten am Wochenende Johnsons Schweigen zu der Auseinandersetzung, die am Samstag die Titelseiten der britischen Zeitungen beherrschte. Johnson gilt als Favorit im Rennen um die Nachfolge von Premierministerin Theresa May - jüngste Umfragen zeigen jedoch, dass die Unterstützung für ihn abgenommen hat.

Johnson versuchte am Samstag bei einem Auftritt vor der Parteibasis in Birmingham, das Gespräch von seinem Privatleben auf die Politik zu lenken. „Ich glaube nicht, dass die Leute von solchen Dingen hören wollen“, sagte Johnson in Birmingham, wo er sich neben seinem Kontrahenten, dem amtierenden Außenminister Jeremy Hunt, den Mitgliedern der konservativen Tory-Partei präsentierte.

Er stellte lieber seine Sicht auf den EU-Austritt Großbritanniens heraus. „Wir müssen den Brexit schaffen“, sagte er und versprach, Großbritannien auf einen "No Deal"-Brexit vorzubereiten, falls mit der EU keine Einigung erzielt werde.

Der ehemalige britische Außenminister Malcolm Rifkind kritisierte Johnsons Schweigen zu dem Vorfall. „Tatsache ist, dass es einen Polizeibesuch gab. Da sagt man nicht einfach, ,Kein Kommentar'“, sagte der konservative Politiker dem Sender BBC Radio 5.

Auch der britische Staatsminister für Europa, Alan Duncan, sah Johnsons Reaktion kritisch. Der Ex-Außenminister habe jetzt ein „großes Fragezeichen über dem Kopf“, sagte Duncan der Zeitung „The Guardian“. Er fügte hinzu, Johnson habe während seiner gesamten Karriere einen „Mangel an Disziplin“ gezeigt.

Update vom 23. Juni, 15.39 Uhr: Der Favorit im Rennen um das Amt des britischen Premierministers, Boris Johnson, ist wegen unbeantworteter Fragen zu einem Polizeieinsatz bei seiner Wohnung in die Kritik geraten. Mehrere Sonntagszeitungen in Großbritannien titelten mit der Weigerung des 55 Jahre alten Tory-Politikers, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen. 

Er hatte bei einer Regionalkonferenz der Konservativen Partei am Samstag in Birmingham mehrfach abgelehnt, sich zu Berichten über einen lautstarken Streit zwischen ihm und seiner Lebensgefährtin zu äußern. Selbst erzkonservative Boulevardzeitungen wie die „Sun“, die hinter dem Bekanntwerden des Vorfalls eine „linke Verschwörung“ witterten, schlossen sich der Kritik an Johnsons Schweigen an. Der „Sunday Express“ titelte: „Warum sagt uns Boris nicht, was passiert ist?“

Unsere Erstmeldung vom 22. Juni: Polizeieinsatz bei Boris Johnson - Nachbar schildert bizarre Szenen

London - Wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete, alarmierte ein besorgter Nachbar in der Nacht zum Freitag die Polizei und meldete einen lauten Streit mit Geschrei und Türenknallen in der Wohnung von Johnson und seiner Freundin Carrie Symonds.

Dem Bericht zufolge war zu hören, wie Symonds den ehemaligen Londoner Bürgermeister und Ex-Außenminister anschrie, er solle sie „in Ruhe lassen" und "aus meiner Wohnung verschwinden“.

Der Anruf sei um kurz nach Mitternacht Ortszeit eingegangen, teilte die Metropolitan Police mit. „Der Anrufer war um das Wohl seiner Nachbarin besorgt“, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei habe dann mit den Bewohnern der fraglichen Wohnung gesprochen, die alle wohlauf gewesen seien. Die Polizei habe keinen Anlass zum Eingreifen gesehen.

Boris Johnson gerät mit Partnerin aneinander: Nachbar berichtet von „lautem Knall“

Der Nachbar sagte dem „Guardian“, er habe den Streit von seiner eigenen Wohnung aus aufgenommen. Er habe drei Mal an die Tür von Johnson und Symonds geklopft, aber niemand habe reagiert. Er versicherte, er habe "zwei sehr laute Schreie" und einen "lauten Knall" gehört, der die Mauern erzittern ließ.

Johnson ist einer der beiden verbliebenen Herausforderer im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May. Nach dem nächtlichen Zank mit seiner Freundin liefert er sich am Samstag ein erstes Rededuell mit dem amtierenden Außenminister Jeremy Hunt vor der Parteibasis. Beide präsentieren sich auf einer Wahlkampfveranstaltung in Birmingham vor Mitgliedern der konservativen Tory-Partei.

Wer wird May-Nachfolger? Debatte nimmt weiter Fahrt auf

Es ist der Auftakt einer landesweiten Debattenreihe zwischen den beiden Kandidaten. Für den 15. Juli ist die letzte der 16 Diskussionsrunden in London vorgesehen.

Der neue Vorsitzende der Tories soll bis Ende Juli gekürt sein, die Entscheidung treffen die 160.000 Parteimitglieder. In der Woche des 22. Juli wird der Name des Siegers voraussichtlich bekanntgegeben. Er wird dann auch Regierungschef und Nachfolger von Premierministerin May.

afp

Boris Johnson könnte neuer britischer Premierminister werden und für den Brexit zuständig sein. Im Vereinigten Königreich ist er für einige Skandale bekannt. Doch auf dem Weg zu einem No-Deal-Brexit hat das britische Parlament ihm schon mal einen Dämpfer verpasst.

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