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„Wallpapergate“: Neue Details in Kontroverse um Boris Johnson - Vorwurf der Korruption

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Boris Johnson verlässt die Downing Street.
Seine Wohnung in der Downing Street soll Boris Johnson mit Parteispenden finanziert haben. (Archivbild) © WIktor Szymanowicz/ Imago

Für Premierminister Boris Johnson gibt es neuen Ärger: Details zur fragwürdigen Finanzierung des Luxus-Umbaus in der Downing Street sorgen für heftige Vorwürfe.

London - Großbritanniens Premierminister Boris Johnson steht gerade unter Beschuss: Eine skurrile Rede über Peppa Wutz und Lenin, Bilder einer Lockdown-Party und schlechtes Corona-Management sorgen für Kritik von allen Seiten. Nun werden auch noch Korruptionsvorwürfe gegen Johnson erhoben: Wegen der luxuriösen Renovierung seiner Dienstwohnung in der Londoner Downing Street musste sich der Premier Korruptionsvorwürfe gefallen lassen.

Korruptionsvorwürfe gegen Boris Johnson: Renovierung durch Parteispenden

Den Stein ins Rollen gebracht hatte die Veröffentlichung einer Reihe von WhatsApp-Nachrichten zwischen Johnson und dem wohlhabenden Parteispender David Brownlow. Demnach soll Johnson in den Textnachrichten vom November 2020 um die Freigabe finanzieller Mittel für die Renovierung gebeten haben. „Ich fürchte, Teile unserer Wohnung sind noch immer ein bisschen eine Halde“, schreib Johnson dem Unternehmer, der auch für die Konservativen im Oberhaus sitzt.

Im Gegenzug, so scheint es, versprach er, ein von Brownlow favorisiertes Projekt voranzubringen - eine Großveranstaltung mit dem Titel „Great Exhibition 2.0“. Nur Wochen später traf sich der damalige Kulturminister des Vereinten Königreichs, Oliver Dowden, mit Brownlow, um darüber zu sprechen.

Boris Johnson wegen Wohnungsrenovierung unter Druck: „Schlicht und ergreifend Korruption“

„Es sieht so aus, als habe Lord Brownlow Zugang zum Premierminister und zum Kulturminister gehabt, weil er für dessen Luxusrenovierung bezahlt hat. Es ist ziemlich unglaubwürdig, dass Boris Johnson nicht wusste, wer für die Luxus-Renovierung der Wohnung zahlte. Wenn das so ist, handelt es sich schlicht und ergreifend um Korruption“, sagte die Vize-Chefin der oppositionellen Labour-Partei, Angela Rayner.

Berichten zufolge ließ der 57-Jährige seine Wohnung für rund 112.000 Pfund (rund 134.000 Euro) komplett neu einrichten und dekorieren. Die neuen vergoldeten Tapeten zum Preis von 840 Pfund (rund 1000 Euro) pro Rolle sollen allerdings schon bald wieder von der Wand gefallen sein. Der Skandal wird in der britischen Presse daher auch als „Wallpapergate“ bezeichnet.

Britische Regierungschefs dürfen jährlich aber nur bis zu 30.000 Pfund (36.000 Euro) öffentlicher Gelder für Renovierungsarbeiten beanspruchen. Johnson hatte Brownlow daher mit der Gründung einer Stiftung beauftragt, die für die Finanzierung aufkommen sollte, doch die Pläne zerschlugen sich. Davon will Johnson aber zunächst nichts gewusst haben.

Untersuchung verteidigt Johnson - Rüge wegen Verheimlichung von Chats

Wer genau den Luxusumbau bezahlt hat, war bereits Inhalt mehrerer Untersuchungen. Wie sich herausstellte, kam das Geld weitgehend von Brownlow selbst. Die britische Wahlkommission verhängte wegen einer nicht ordnungsgemäß deklarierten Parteispende Brownlows eine Strafe von 20.000 Pfund gegen die Tory-Partei. Erst als die Finanzierung Schlagzeilen machte, griff Johnson selbst in die Tasche und zahlte nachträglich selbst für den Umbau.

Eine interne Untersuchung hatte Johnson bescheinigt, zwar unklug, aber nicht in Widerspruch zum Verhaltenskodex für Minister gehandelt zu haben. Der Premier handelte sich aber nachträglich eine Rüge ein, weil er die WhatsApp-Nachrichten nicht zur Verfügung gestellt hatte. Deren Existenz kam erst durch die Untersuchung der Wahlkommission ans Tageslicht. Johnson hatte beteuert, er habe wegen eines neuen Handys keinen Zugriff auf sein altes Gerät und die Nachrichten mehr gehabt. Eine Erklärung, die für bissige Kommentare sorgte. (dpa/sf)

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