Oberbürgermeister Tübingens: Boris Palmer von den Grünen, hier bei der Eröffnung einer neuen Radbrücke.
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Oberbürgermeister Tübingens: Boris Palmer von den Grünen, hier bei der Eröffnung einer neuen Radbrücke.

Nächster Eklat um Tübingen-OB

Grünen-Eklat: Baerbocks Sorgenkind Palmer teilt gegen Autofahrer aus - „Nicht genug Steuern“

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Grünen-Enfant-Terrible Boris Palmer attackiert bei Facebook die Gesamtheit der Autofahrer. Es folgt ein Shitstorm gegen Tübingens OB.

München/Tübingen - Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock versuchte ihn zu mäßigen und zu disziplinieren. Die Rede ist von Boris Palmer, Oberbürgermeister Tübingens und immer für einen großen Aufreger gut - ob es nun um das politische Thema Einwanderung oder die Corona-Pandemie geht.

Boris Palmer von den Grünen: Tübingen-OB sorgt wieder für Aufregung

Der 49-jährige Schwabe hat sich nun einen Eklat auf einem anderen Feld geliefert: Er teilte bei Facebook öffentlich und pauschal gegen Autofahrer aus. Konkret: Unter der Überschrift „Autofahrer zocken ab“ warb der Grünen-Politiker für einen Beschluss des Tübinger Gemeinderats, der die Parkgebühren in der Universitätsstadt erheblich steigern soll. Damit soll ein lokales Klimaschutzprogramm gestärkt werden.

„Wenn es ums Heilix Blechle geht, regiert halt in Deutschland die Emotion.“

Tübingen-OB Boris Palmer

Die Überschrift und seine Botschaft sorgten für einen regelrechten Shitstorm bei Facebook. So kamen bis Mittwochmorgen (4. August) online fast 790 Kommentare zusammen. Vereinzelt gab es auch Zustimmung, aber vor allem scharfe Kritik an der Wortwahl. Denn: Palmer schrieb an die „lieben Autofahrer“: „Ihr habt die Straße nicht bezahlt. Ihr bezahlt nicht schon genug Steuern. Euer Lieblingsgefährt wird massiv bezuschusst, von allen Steuerzahlen und den kommenden Generationen. Wenn die Preise die Wahrheit sagen würden, müsste ein Stellplatz nicht 30 Euro im Jahr kosten, sondern 3000.“

Kurz vor Bundestagswahl 2021: Grünen-Politiker Boris Palmer teilt gegen Autofahrer aus

Eine Followerin meinte in Richtung Palmer: „Langsam wird das aber zum persönlichen Feldzug gegen Autos und ihre Besitzer.“ Der Grünen-Politiker entgegnete vehement: „Nein, nur gegen Leute, die andere für den Parkplatz bezahlen lassen wollen und dann auch noch rumheulen.“ Unlängst hatte Palmer, dessen Vater Helmut als „Remstal-Rebell“ in die Geschichte Baden-Württembergs einging, mit Aussagen über den dunkelhäutigen Fußballer Dennis Aogo für Aufsehen gesorgt.

Im Video: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock fordert Migranten-Quote

Bei den Grünen entwickelte sich daraufhin kurz vor der Bundestagswahl 2021 eine Debatte darüber, ob der regional erfolgreiche Politiker aus der Partei ausgeschlossen werden muss. An der Basis der Grünen regte sich dagegen aber Widerstand. Der Ausgang ist derzeit völlig offen, das Verfahren wird von Beobachtern als langwierig eingeschätzt.

Boris Palmer: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mäßigte den Tübingen-OB

Aber: Schlechte Publicity ist im Werben von Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unerwünscht. Jetzt sorgte Palmer mit seiner Wortwahl dennoch für den nächsten Aufreger. Zu Kritik meinte er lapidar und auf Schwäbisch: „Wenn es ums Heilix Blechle geht, regiert halt in Deutschland die Emotion.“ (pm/dpa)

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