Wolfgang Bosbach gestikuliert mit beiden Händen.
+
Geht mit Hans-Georg Maaßen auf die Wahlkampfbühne: Wolfgang Bosbach will über Deutschlands Zukunft diskutieren.

Besuch in Thüringen

 „Hetze, Beleidigungen, Bedrohungen“: Bosbach redet sich nach Wahlkampf-Auftritt mit Maaßen völlig in Rage

  • VonClara Marie Tietze
    schließen

Großer Ärger in Thüringen wegen einer Wahlkampfveranstaltung von Hans-Georg Maaßen. CDU-Politiker Bosbach redet sich nach Anfeindungen in Rage.

Zella-Mehlis - Das CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach hat noch nie eine Einladung eines Kreisverbandes der Partei ausgeschlagen, nur weil ihm deren Kandidat nicht gefallen hat - behauptet er jedenfalls über sich. So sagte er auch im beschaulichen Zella-Mehlis in Thüringen zu. Hier war Bosbach mit Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen vor ein knapp 200 Personen großes Publikum getreten, um den südthüringischen Direktkandidaten bei der Wahl zum Bundestagsabgeordneten zu unterstützen. Maaßen hatte sich in den letzten Jahren immer wieder mit verschiedenen Aussagen an den rechten Rand der CDU katapultiert - werfen ihm Politiker und Wähler gleichermaßen vor.

Der Auftritt blieb aber nicht ohne Folgen für Bosbach. Kritik hagelte es förmlich von allen Seiten. Auch aus der Politik. SPD-Politiker Karl Lauterbach etwa ging Bosbach besonders kritisch an. Bei Twitter meldet er sich mit: „Sorry. Aber wer Wahlkampf für #Maassen macht, darf nicht von Charakter reden.“ In der CDU gebe es viele konservative Politiker, die er selbst sehr schätze, auch wenn man anderer Meinung sei. Aber bei Hans-Georg Maaßen zieht der Gesundheitsexperte eine Grenze. Einige Kommentatoren preisen Lauterbach für sein Rückgrat, andere sehen hier kein Problem.

Heftige Anfeindungen wegen Wahlkampf-Auftritt: Bosbach redet sich in Rage

Nach dem Auftritt äußerte sich auch Bosbach selber zu seiner Wahlkampf-Hilfe. „Dieses Ausmaß an Häme und Hetze, diese Beleidigungen, diese Bedrohungen, die ich in den letzten 48 Stunden erlebt habe, habe ich mir im 70. Lebensjahr niemals vorstellen können“, stellte er bestürzt fest. Völlig in Rage geredet, führte er aus: „Bis jetzt habe ich immer noch gedacht, die Bundesrepublik Deutschland ist ein Land, indem man trotz politischer Unterschiede zivilisiert miteinander umgehen kann. Aber in diesem Ausmaß an Hetze und Häme, tut mir leid, das war‘s“, sagte er vor Kameras in einem Statement - und verschwand dann prompt wütend aus dem Bild.

Für die Zusage zur Veranstaltung wurde der Innenpolitiker auch aus den eigenen Reihen hart angegangen. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz machte seinem Ärger bei Twitter Luft: „Ich bin erschüttert und zornig. Aber leider in diesem Fall nicht wirklich überrascht.“ Ein Nutzer kommentiert das bisherige Schweigen der CDU-Spitze unter dem Beitrag mit: „Das was Sie schreiben ist mehr als der gesamte Bundesvorstand der @CDU dazu gesagt hat.“

Auch interessant

Kommentare